Ab in den Sommer

Seit Anfang Dezember ist Sommer in Australien. Sommer bedeutet Regen – zumindest im Norden des Landes, der in den Tropen liegt. Trotz des nicht so freundlichen Monsunklimas wollte ich den Norden, sprich Darwin und umliegende Nationalparks sehen. Ich habe es nach Darwin geschafft, allerdings habe ich sowohl Auto als auch Christian zurück gelassen. Nach dem der Albtraum vom ständigen Anrufen in der Werkstatt, vom dauernden vertröstet werden von der Werkstatt und vom immer höher werden Reparaturpreis zu Ende schien, fing er eigentlich erst an:
„Nur der Computer im Auto muss noch zurückgesetzt werden, dann rollt er wieder“ waren die Worte, die mir der wortkarge Werkstattmeister entgegen brachte. 2 Tage nach diesem informativen Gespräch sollte das Auto zum Abholen bereit stehen – das tat es NATÜRLICH nicht. Ganz im Gegenteil. Auf die Nachfrage, wie lange es denn nun noch dauern würde und dem Hinweis, dass ich gern in 2 Tagen nach Drwin aufbrechen würde, vermittelte dieser immer unsympathischer werdende Typ, dass die „andere Werkstatt“ zur Zeit sehr beschäftigt ist und er nun warten müssen. „As soon as possible“ war die genauste Zeitangabe, die er machte. Völlig angesäuert ließ ich mir die Adresse und Nummer von „der anderen Werkstatt“ geben um dort selbst Druck zu machen. Dort angekommen meinte der alte Mann, der der Chef zu sein schien, dass er zu viel zu tun hätte und auch bald in den Weihnachtsurlaub geht. Möglicherweise könnte er das Auto nicht mehr in diesem Jahr (seine Miene meinte wahrscheinlich „nicht mehr in diesem Leben“) reparieren. Gegenüber wäre noch eine Werkstatt, die das auch machen könnte.
Kurzum: Ich habe diese andere Werkstatt an meine Ursprüngliche vermittelt, sodass das Auto letztlich in zwei weiteren Tagen „fertig“ gestellt wurde.
Gott sei Dank habe ich beim Abholen darauf bestanden, vorher eine Probefahrt zu machen. Nun erreichte der Albtrum seinen traurigen Höhenpunkt: Das Auto sah aus wie Sch****, es fuhr sich wie ein 2 PS Moped und war so laut wie ein 2000 PS Truck. Entrüstet brachten wir das verdreckte, nicht rund laufende Auto zu dem mittlerweile verhassten Werkstatt Typen zurück. Kurzzeitig überlegte ich das Auto einfach dort zu lassen, sprich die Reparatur, die immerhin stolze 1700 Dollar kostete, nicht bezahlen zu müssen und das Ganze als Kollateralschaden abzuhacken.
Nach 4 Stunden Rumgeschraube und dem Wechsel der Zündkerzen fuhr sich unser Schlitten aber wieder fabelhaft und wir zahlten.
Meine Mitfahrer waren mittlerweile abgesprungen und ich hatte ein Angebot von zwei Mädels mit ihnen nach Darwin zu fahren. Also habe ich am nächsten Morgen meine Tasche gepackt und bin zum „Top End“ aufgebrochen:
Bild
4 Leute waren wir in dem alten hässlichen Holden, was in Australien das Pendant zu Opel ist. „Chef“ der Reise war Anna, eine fließend englisch sprechende Holländerin. Dabei war dazu die Barbara, eine Französin mit alternativer bis lottrich-riechender Kleidung und einem nicht existenten englischen Wortschatz und zu guter Letzt der Horace, ein Taiwanese der wahrscheinlich auf Grund seiner fehlenden Lust zu sprechen auch nach knapp 2 Jahren Australien einen derart fiesen Akzent hat, dass man tausend mal nachfragen muss um ihn zu verstehen.
Auf Grund dieser Umstände waren die Unterhaltungen im Auto rar, wurden aber besser als ich mit mit Anna warm wurde.
Die 1500 km lange Fahrt war trotzdem spannend. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Vegetation ändert. Raus aus der ewig trockenen heißen Wüste werden die Gräser und Bäumer höher und immer grüner. Erst sieht man kleine Bäche, dann werden es reißende Flüsse bis hin zu überschwemmten Feldern und so viel Wasser wie das Auge reicht. Die erste als solche zu bezeichnende Stadt erreicht man nach rund 1000 km, nach dem man die Devils Marbles (faszinierend geformte Felsbrocken aus Granit) und das weltberühmte Daly Waters (hier hat Stuart bei seiner Durchquerung Australines Wasser gefunden) passiert hat. Die Stadt heisst Katherine, ist voller Ureinwohner und hat nicht viel zu bieten, außer ein Woolworths um die Lebensmitel wieder aufzufüllen.
Die Katherine Gorge, eine Wasserfelsschlucht nahe der Stadt ist allerdings ein Hingucker. Dort haben wir eine Kanutour gemacht.
Am nächsten Tag haben wir endlich Darwin erreicht, nachdem wir vergebens versucht haben in den Litchfield Nationalpark zu fahren. Nicht nur wir, sondern auch die Regenzeit ist in Darwin angekommen. Zwei Tage vor unserer Ankunft hat hier ein übler Sturm gewütet und ordentliche Andenken hinterlassen.
Darwin ist ein nettes Städtchen, hat einen großen Hafen, und viele deprimierende Strände, die jedoch wunderschön aussehen. Deprimierend sind sie deswegen, weil man nicht schwimmen gehen kann. Wenn man nach einer gefährlichen Stadt in diesem gefährlichen Land sucht, dann ist Darwin die richtige Adresse. Ins Meer kann man vor allem in der Regenzeit nicht gehen, da dort die Box Jellyfish warten. Die als Würfelquallen bekannten Tiere sollen die giftigsten Tiere der Welt sein. Das Gift, was von den Tentakeln abgesondert wird kann einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Der Schmerz bei Berührung der Qualle wird als unbeschreiblich grauenhaft beschrieben. Nun könnte man denken, dass man wenn schon nicht ins Meer, dann wenigstens in einen See und Fluss springen kann. Nichts da: Dort warten wenn man Glück hat Süßwasserkrokodile, die wohl harmlos sein sollen, wenn man aber Pech hat, trifft man die großen um die 5 Meter langen Salties (Salzwasserkrokodile). Diese Genossen sind tendenziell aggressiv und hungrig.  An Land hüpfen große Kröten rum, die allerdings eingeschleppt wurden. Auch die sind giftig, aber zumindest scheu. Die obligatorischen Schlangen krauchen auch rum, verstecken sich aber gut – man findet sie extrem selten.
Der Mensch hat sich trotzdem gut in diese Umgebung integriert, Darwin hat ne fette „Weggeh-Meile“, herrliche Sonnenuntergänge die man in einem die vielen netten Kneipen in den unzähligen Buchten genießen kann und natürlich eine vibrierende Backpacker Szene. Unangenehm fällt auf, dass alles teurer ist als anderswo.
Am Sonntag fliege ich für viel zu viel Geld zurück nach Sydney, werde dort das unweihnachtlichste Weihnachten feiern und dann meinen geliebten Bruder in Empfang nehmen. Bevor ich aber fliege, stelle ich einen weiteren Eintrag rein, in dem ich dann ein wenig über Litchfield erzähle und ein paar passende Bilder hinzufüge. Bis dahin gibt es diese hier:
Galerie

Seit Anfang Dezember ist Sommer in Australien. Sommer bedeutet Regen – zumindest im Norden des Landes, der in den Tropen liegt. Trotz des nicht so freundlichen Monsunklimas wollte ich den Norden, sprich Darwin und umliegende Nationalparks sehen. Ich habe es nach Darwin geschafft, allerdings habe ich sowohl Auto als auch Christian zurück gelassen. Nach dem der Albtraum vom ständigen Anrufen in der Werkstatt, vom dauernden vertröstet werden von der Werkstatt und vom immer höher werden Reparaturpreis zu Ende schien, fing er eigentlich erst an:

„Nur der Computer im Auto muss noch zurückgesetzt werden, dann rollt er wieder“ waren die Worte, die mir der wortkarge Werkstattmeister entgegen brachte. 2 Tage nach diesem informativen Gespräch sollte das Auto zum Abholen bereit stehen – das tat es NATÜRLICH nicht. Ganz im Gegenteil. Auf die Nachfrage, wie lange es denn nun noch dauern würde und dem Hinweis, dass ich gern in 2 Tagen nach Drwin aufbrechen würde, vermittelte dieser immer unsympathischer werdende Typ, dass die „andere Werkstatt“ zur Zeit sehr beschäftigt ist und er nun warten müsse. „As soon as possible“ war die genauste Zeitangabe, die er machte. Völlig angesäuert ließ ich mir die Adresse und Nummer von „der anderen Werkstatt“ geben um dort selbst Druck zu machen. Dort angekommen meinte der alte Mann, der der Chef zu sein schien, dass er zu viel zu tun hätte und auch bald in den Weihnachtsurlaub geht. Möglicherweise könnte er das Auto nicht mehr in diesem Jahr (seine Miene meinte wahrscheinlich „nicht mehr in diesem Leben“) reparieren. Gegenüber wäre noch eine Werkstatt, die das auch machen könnte.

Kurzum: Ich habe diese andere Werkstatt an meine Ursprüngliche vermittelt, sodass das Auto letztlich in zwei weiteren Tagen „fertig“ gestellt wurde.

Gott sei Dank habe ich beim Abholen darauf bestanden, vorher eine Probefahrt zu machen. Nun erreichte der Albtrum seinen traurigen Höhenpunkt: Das Auto sah aus wie Sch****, es fuhr sich wie ein 2 PS Moped und war so laut wie ein 2000 PS Truck. Entrüstet brachten wir das verdreckte, nicht rund laufende Auto zu dem mittlerweile verhassten Werkstatt Typen zurück. Kurzzeitig überlegte ich das Auto einfach dort zu lassen, sprich die Reparatur, die immerhin stolze 1700 Dollar kostete, nicht bezahlen zu müssen und das Ganze als Kollateralschaden abzuhacken.

Nach 4 Stunden Rumgeschraube und dem Wechsel der Zündkerzen fuhr sich unser Schlitten aber wieder fabelhaft und wir zahlten.

Meine Mitfahrer waren mittlerweile abgesprungen und ich hatte ein Angebot von zwei Mädels mit ihnen nach Darwin zu fahren. Also habe ich am nächsten Morgen meine Tasche gepackt und bin zum „Top End“ aufgebrochen:

4 Leute waren wir in dem alten hässlichen Holden, was in Australien das Pendant zu Opel ist. „Chef“ der Reise war Anna, eine fließend englisch sprechende Holländerin. Dabei war dazu die Barbara, eine Französin mit alternativer bis lottrich-riechender Kleidung und einem nicht existenten englischen Wortschatz und zu guter Letzt der Horace, ein Taiwanese der wahrscheinlich auf Grund seiner fehlenden Lust zu sprechen auch noch nach knapp 2 Jahren Australien einen derart fiesen Akzent hat, dass man tausend mal nachfragen muss um ihn zu verstehen.

Auf Grund dieser Umstände waren die Unterhaltungen im Auto rar, wurden aber besser als ich mit mit Anna warm wurde.

Die 1500 km lange Fahrt war trotzdem spannend. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Vegetation ändert. Raus aus der ewig trockenen heißen Wüste werden die Gräser und Bäume höher und immer grüner. Erst sieht man kleine Bäche, dann werden es reißende Flüsse bis hin zu überschwemmten Feldern und so viel Wasser wie das Auge reicht. Die erste als solche zu bezeichnende Stadt erreicht man nach rund 1000 km, nach dem man die Devils Marbles (faszinierend geformte Felsbrocken aus Granit) und das weltberühmte Daly Waters (hier hat Stuart bei seiner Durchquerung Australines Wasser gefunden) passiert hat. Die Stadt heisst Katherine, ist voller Ureinwohner und hat nicht viel zu bieten, außer ein Woolworths um die Lebensmittel wieder aufzufüllen.

Die Katherine Gorge, eine Wasserfelsschlucht nahe der Stadt ist allerdings ein Hingucker. Dort haben wir eine Kanutour gemacht.

Am nächsten Tag haben wir endlich Darwin erreicht, nachdem wir vergebens versucht haben in den Litchfield Nationalpark zu fahren. Nicht nur wir, sondern auch die Regenzeit ist in Darwin angekommen. Zwei Tage vor unserer Ankunft hat hier ein übler Sturm gewütet und ordentliche Andenken hinterlassen.

Darwin ist ein nettes Städtchen, hat einen großen Hafen, und viele deprimierende Strände, die jedoch wunderschön aussehen. Deprimierend sind sie deswegen, weil man nicht schwimmen gehen kann. Wenn man nach einer gefährlichen Stadt in diesem gefährlichen Land sucht, dann ist Darwin die richtige Adresse. Ins Meer kann man vor allem in der Regenzeit nicht gehen, da dort die Box Jellyfish warten. Die als Würfelquallen bekannten Tiere sollen die giftigsten Tiere der Welt sein. Das Gift, was von den Tentakeln abgesondert wird kann einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Der Schmerz bei Berührung der Qualle wird als unsagbar grauenhaft beschrieben. Nun könnte man denken, dass man wenn schon nicht ins Meer, dann wenigstens in einen See und Fluss springen kann. Nichts da: Dort warten wenn man Glück hat Süßwasserkrokodile, die wohl harmlos sein sollen, wenn man aber Pech hat, trifft man die großen um die 5 Meter langen Salties (Salzwasserkrokodile). Diese Genossen sind tendenziell aggressiv und hungrig.  An Land hüpfen große Kröten rum, die allerdings eingeschleppt wurden. Auch die sind giftig, aber zumindest scheu. Die obligatorischen Schlangen krauchen auch rum, verstecken sich aber gut – man findet sie extrem selten.

Der Mensch hat sich trotzdem gut in diese Umgebung integriert, Darwin hat ne fette „Weggeh-Meile“, herrliche Sonnenuntergänge die man in einem die vielen netten Kneipen in den unzähligen Buchten genießen kann und natürlich eine vibrierende Backpacker Szene. Unangenehm fällt auf, dass alles teurer ist als anderswo.

Am Sonntag fliege ich für viel zu viel Geld zurück nach Sydney, werde dort das unweihnachtlichste Weihnachten feiern und dann meinen geliebten Bruder in Empfang nehmen. Bevor ich aber fliege, stelle ich einen weiteren Eintrag rein, in dem ich dann ein wenig über Litchfield erzähle und ein paar passende Bilder hinzufüge. Bis dahin gibt es diese hier:

Heute ist der 18 Dezember, es müsste also kurz vor dem vierten Advent sein, oder? An dieser Stelle schonmal fröhliche Weihnachten. Es ist 20 Uhr, 35 Grad, Schwül. Ich fühle mich nicht ein kleines bischen wie Weihnachten.

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