Die große Veränderung

Genau die gibt es momantan nicht. Und gerade wenn man voller Erwartungen in einem solch traumhaften Land ist, vermisst man diese Veränderung. Doch auch hier gibt es eben den Alltag, gerade dann, wenn`s ums Geld verdienen geht. Seit dem letzten Eintrag, der zugegebener Weise schon recht lang zurückliegt, ist nicht wirklich viel passiert. Die Tage gehen mit dem üblichen Ablauf ins Land.

Wenn schon keine Großen, gibt`s aber wenigstens ein paar kleinere schöne, und nicht so schöne Veränderungen. Optimist wie ich nunmal bin, fange ich doch gleich mal mit dem Negativen an:

Erstens

Seit erstem Juni ist Winter. Den gibt es also auch in Australien, und echt viel schlimmer, als ich gedacht habe. MINUS FÜNF GRAD war es den einen morgen. Das ist echt freezing. Die Australier haben auch noch nie im Leben was von Wärmedämmung gehört, im Haus ist immer die gleiche Temperatur wie draußen, wenn man nicht nachhilft. Wir helfen nach. In unserem Häuschen gibt es einen Ofen. Aller zwei drei Tage fahren wir mit dem Ute (Pick Up Truck) Holz holen. Ani ist schon Profi beim Entzünden des Feuers, ich lern es auch langsam, wie man das Feuer möglichst schnell zum lodern bringt, sodass es auch ne Weile an ist. Wenn es dann mal an ist, ist es herrlich warm. Eine Ofenwärme ist viel schöner als eine Heizung. Unglaublich gemütlich. Dass ich allerdings mal noch mit einem Ofen heizen muss, um nicht zu erfrieren, hab ich mir auch nicht träumen lassen, schon garnicht im “immerwarmen” Australien.

Im Gegensatz zum deutschen Winter wird es aber tagsüber immer warm, also irgendwas zwischen 14 und 20 Grad ist eigentlich immer drin.

Zweitens

Nach Wochen in Scone, wie ich schon des Öfteren habe verlauten lassen, eine arg langweilige Stadt, brauchte ich eine Veränderung – wenigstens am Wochenende. Geeignet war das WE vor 2 Wochen. Denn endlich war auch hier mal ein Feiertag am Montag, somit also ein verlängertes Wochenende für mich. 3 Tage Sydney, raus hier, weg von der Family, rein ins Leben, zu Chris, in die Clubs, in die big city. Ich habe mich saumäßig gefreut, dass mich Cisco, ein Arbeitskollege, mitnehmen konnte. Dadurch bin ich kostenlos nach Sydney gekommen. Dort angekommen habe ich erstmal 10 Minuten lang da gestanden und hab mich gefreut :-). Dann hab ich den nächsten Bus nach Mona Vale genommen um zu Chris und seinem Wohnort bei seiner Family zu kommen. Halb 12 abends war ich dann da. Den ersten Abend haben wir nur gequatscht, ein Schlücklchen Beam getrunken und uns beide geschworen, kein goon mehr zu trinken, da dieses Zeug einen derartigen hangover am nächsten Tag verursacht und zudem im Wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen Weglaufen schmeckt.

Am nächsten Tag haben wir erstmal bis in die Puppen gepennt und sind danach an den Strand. Kein Wetter zum Baden, zu kalt, jedenfalls für uns, aber eben wunderschön und das was ich nach 9 Wochen Landleben mal wieder brauchte. Abends bin ich allein in die Stadt, ohne Chris, denn der musste ausgerechnet dieses Wochenende auf seinen kleinen Schreihals aufpassen.

In Sydney bin ich zusammen mit Doro (aus Dtl.) in eine befreundete WG gefahren. Dort haben wir endlich mal wieder vorgeglüht, eine Tätigfkeit die in Scone gänzlich unbekannt ist. Wir waren eine echt internationale Truppe: Ein Schweizer mit dem wir ausschließlich englisch gesprochen haben, da wir das wesentlich besser verstanden haben als sein unsägliches Deutsch, eine Chinesin, einem Franzosen und, zu Guter Letzt einer Australierin (wusste garnicht, dass es “sowas” in Sydney gibt). Allesamt sind wir dann in “THE GAFF” gegangen, eine typische Backpacker Disse gleich neben dem AIFS Office. Der Abend war großatig, nicht nur weil die Runde und Musik Klasse war, sondern weil ich dort drin auch alte Bekannte aus unserem letzten Hostel und Christopf aus Schulzeiten getroffen hab.

Am nächsten Tag, mittlerweile Sonntag sind Doro und ich über die Harbour Bridge in die Stadt geschlendert, haben Pizza gegessen und uns mit Nadine (war auch in Scone) getroffen. Später ist Chris hinzugestoßen und mit uns abends erst zu einer sehr lustigen Homeparty, dann ins Nightlife in Kings Cross, dem verruchten Party, Nutten und Drogen Viertel, gegangen ;-).

Ganz wehmütig habe ich dann am Montag den CityRail zurück nach Scone genommen, der aber nur 22 Dollar (12 Euro) gekostet hat, was für eine Strecke von 300 km ziemlich billig ist.

Drittens

Ich bin jetzt unter die Cowboys gegangen. Letzte Woche hat mich meine Housemate Ani endlich mal auf ein Pferd geschliffen. Wenn ich schon hier in der Horse Capital of Australia bin, muss ich ja wenigstens mal auf nem Pferd gesessen haben. Und es war großartig. Nur Gott weiß warum, aber ich scheine talentiert zu sein. Das jedenfalls sagen meine Pferdemädels hier, die ganz begeistert von meiner Haltung auf Oskar, dem Pferd, waren. Zum Anfang hab ich natürlich erstmal eine Reitstunde bekommen. Wie steigt man auf, wie hält man die Zügel und lenkt das Pferd. Später sind wir dann aber ausgeritten und ich habe mich wie im Marlboro Country gefühlt. Sonnenuntergang auf dem Pferd mitten auf dem Feld in den unendlichen Weiten des Hunter Valley – das war schon eine echte Erfahrung.

Viertens

Die eEigentlich größte Veränderung hat herrzlich wenig mit Australien zu tun. richy.cc, diese Seite also, ist umgezogen. Unser alter Server, auf dem neben dieser Seite noch zahlreiche Andere lagerten, ist ausgelaufen. Sämtliche Seiten mussten also umgezogen werden. Das hat mich die Stunden der letzten 3 Wochen im Internet gekostet, auch eine Erklärung dafür, weswegen hier etwas weniger passiert ist.

Im Gleichen Atemzug habe ich auf die neuste Version meines content management sytems geupdatet. Deswegen gibt es auch hier auf der Seite eine kleine Veränderung. Rechts nebenan gibt es ab sofort den MiniBlog! Dort werden meine Facebook Statusmeldungen angezeigt, in denen ich imer mal schreibe, was ich im Momant so tue. Ist ja gerade der letzte Schrei, dem ich zwar nicht per “Twitter” aber doch wenigstens per Facebook Status folge.

Fünftens

Ganz so planlos, wie wir bis jetzt waren, sind wir nicht mehr. Auf der Suche nach einem Internetcafe in Kings Cross sind wir im Wicked Travel Laden gelandet und haben uns gleich mehrere Reisen aufschwatzen lassen. Es war kurz vor Ladenschluss und wir haben zu einem guten Komplettpreis hübsche Trips erstanden. 550 Dollar jeder zahlen wir für 4 Tage Fraser Island, dort wo die Dingos umher treiben, 3 Tage Whitsunday Islands, eine 4 Tage Paddeltour durch den Regenwald und Tauchen im Great Barrier Reef. Die ganzen Touren sind open dated, das heisst, dass man sich einfach irgendwann “reinbuchen” kann, kein Datum festgelegt ist. Außerdem überlegen wir gerade ein Auto zu kaufen. Linksfahren sind wir mittlerweile mehr als gewöhnt.

Sechstens

Verändert hat sich auch, dass die Family immer wieder irgendwo hinfährt. Zu irgendwelchen Dinnern in Sydney, oder zu irgendwelchen Pferdefestivals. Die verbleibenden Familienmitglieder werden unter meine Obhut gestellt. Deswegen muss ich nicht selten unten im Haus schlafen um auch immer eine wachsamen, wenn auch oft geschlossenes Auge auf diejenigen werfen.

Am letzten Montag hat uns nach Nadine nun auch Christin verlassen – zurück nach Deutschland. Sie kam immer zum Video Abend. Langsam wird es beunruhigend ruhig hier. Regulär bleib ich noch 2 Wochen hier, habe aber um 3 Wochen verlängert, da Chris ja noch nicht “fertig” ist.

Morgen ist Freitag, der letzte Tag der regulären Arbeitswoche. Samstag morgen fahren die Eltern aber mal wieder nach Sydney und ich habe alle Kids am Hals. Prost Malzeit und MIR viel Spass bei einem familären Wochenausklang.

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