Erfüllter Traum

Endlich. Ich hab es geschafft. Das wollte ich, wahrscheinlich versteht das keiner, aber ich brauchte das. Was? New Port Beach. Immer noch ratlos?
New Port Beach ist “Schauplatz” meiner kitschigen Lieblingsserie “O.C. California”. Natürlich musste ich also raus finden, wo die Serie gedreht wurde und die Drehorte besuchen.

Nachdem wir das Business Viertel und einige ehrwürdige Gebäude in Downtown Los Angeles, also der Innenstadt, betrachtet haben, sind wir am Donnerstag Abend zusammen mit Samu, unserer finnischen Hostelbekanntschaft , und etwas Wodka-Cola in der Zimmerküche versackt. Dabei kam meine besagte O.C. California Tour zur Sprache von der Samu sehr angetan schien. Kurzerhand kam er am Freitag einfach mit und erklärte mir auf dem Weg zum Hauptdrehort, wie sehr er diese Serie mag. Die Serie wurde nicht in New Port Beach gedreht, sondern in Redondo Beach, was zum Los Angeles County, also quasi zur Stadt gehört. Die Reise dorthin war mit 2,5 Stunden Metro und Busfahrt mal wieder unerträglich lang. Gelohnt hat es sich:

Die Fahrt zurück war genauso lang. Die Busse in Los Angeles halten an jeder Straßenkreuzung und kommen so unglaublich langsam vorwärts. Zudem gibt es an den Haltestellen keine Pläne, man wartet auch gern mal 40 Minuten bis überhaupt ein Bus kommt. Für Touristen wie uns ist das blöd, für Amerikaner kein Problem, denn an jeder Haltestelle steht eine Telefonnummer, die man anrufen kann um sich zu erkundigen wann was wohin und wie schnell fährt.

Die Zeit die man in LA im Bus sitzt verbringt man am besten damit, die Menschen, die so mit drin sitzen zu studieren. So einige Clichés erfüllen sich: Viele Amerikaner sind unheimlich fett. Nicht dick, sondern fett. Vor allem sind das schwarze Frauen die manchmal sogar Probleme haben durch den Gang des Busses zu passen. Außerdem stellt man schnell fest, wie viele Amerikaner durch das grobe Netz der sozialen Absicherung rutschen. Man sieht vielen Leuten an, dass sie sich keinen Zahnarzt leisten können und das saubere Klamotten keine Selbstverständlichkeit sind. Insofern ist die USA so, wie man sie sich vorstellt. Groß, pompös, sehr arm und super reich, voll mit Fastfood Restaurants, die riesige Burger garniert mit fettigen Pommes servieren, wahnsinnig breite Straßen und Städte, die vollständig auf den amerikanischen Autofahrer ausgerichtet sind.

Aber eines muss man diesem Land und seinen Einwohner auch zu Gute halten: Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit wird hier ganz groß geschrieben. Was auch immer unser Problem war, schon fast aufopfernd wurde uns geholfen. Als wir nach der Suche der letzten O.C. Filming Location mitten in einem Wohnviertel standen und keine Bushaltestelle weit und breit zu finden war, hat uns eine nette Familie die wir um Rat fragten kurzerhand mit dem Auto zur Hauptbusstation gefahren.
Egal ob im Bus, der Bahn oder im Hostel, überall wird man angesprochen und in durchaus angenehmen Smalltalk verwickelt. So kann es schon mal passieren, dass man einem wildfremdem Anerikaner in der U-Bahn seine halbe Lebensgeschichte, oder zumindest die weiteren Reisepläne erzählt.

Nach unserer O.C. Tor(tour) habe ich im Gegensatz zu Sinah und Samu noch das Abendprogramm des Hostels genutzt. Für 25 Dollar konnte ich im Schwesterhostel in WeHo (Westhollywood) kostenlos trinken, mich dann in einer Limousine zu einem Nachtclub chauffieren und mich auf den Eintritt einladen lassen. Nicht nur die Limo Fahrt durch Hollywood sondern auch der Club war einsame Spitze, zumindest bis nachts um 2, als ganz unvermittelt die Lichter an gingen. Ähnlich wie in Australien haben die Clubs auch in Amerika Ausschanklizenzen, die nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit gehen.

Nach dieser Nacht und mal wieder zu wenig Schlaf haben wir unser erstes Mietauto abgeholt. Damit sind wir nochmal zum berühmten Hollywood Zeichen gefahren und haben dann Los Angeles auch schon verlassen. In Californien ist SpringBreak, deswegen ist es schwer eine Unterkunft zu finden. Heute sind wir in einem ganz famosen Laden abgestiegen. Dem Super 8 Motel. Unser Glück: Es war nicht nicht ganz ausgebucht, wir haben noch ein Zimmer bekommen. Unser Pech: Raucherzimmer. Hier drin stinkt es, als hätte man die Shisha Lounge seit 3 Monaten nicht mehr gelüftet. Trotzdem ist es sauber und mit 80 Doller pro Zimmer noch bezahlbar.

Bevor wir weiter Richtung San Francisco entlang des Küsten Highway One fahren, gibt`s aber noch ein paar Bilder:

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu “Erfüllter Traum”