groß, GRÖßER, L. A.

Als ich beim Landeanflug aus dem Fenster des Flugzeuges schaute, war mir zum ersten Mal bewusst, wie groß Los Angeles eigentlich ist – es ist riesig. Aber ich beginne mal am Beginn und nicht so mitten drin.

Nach knapp 4 Stunden Schlaf bin ich am Montag morgen um 4 Uhr aufgestanden und voller Enthusiasmus zum Flughafen gefahren, sogar zum Richtigen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, denn aus mir unerfindlichen Gründen war ich bis zuletzt felsenfest davon überzeugt von Schönefeld aus zu fliegen. Ein empfohlener Blick auf`s E-Ticket verriet mir aber, dass es Tegel ist, welcher als Abflug-Airport dienen sollte. Der Rest war unspektakulär, alles hat ganz einfach geklappt, Check-In, Abflug, kein Essen im ersten Flieger, Landung in Madrid, ja selbst der ellenlange 12 Stunden Flug in die Staaten war ganz entspannt. Nicht mehr ganz so entspannt war es dann auf dem Flughafen.

Nicht etwa die Einreiseformalitäten stellten ein Problem dar, wir durften sogar an den “US Citizens” Schalter, sondern der danach folgende Versuch an Geld zu kommen. Sowohl meine EC-karte als auch Sinahs Kreditkarte waren offensichtlich ungeeignet um ein paar Dollar aus dem Automaten der Bank of America (übrigens eine Partnerbank der Deutschen Bank) zu bekommen. Letztlich hat am Sinah am dritten Automaten dann doch Geld bekommen, sodass wir erstmal, zumindest mit Geld, versorgt waren.

Unsere nächste Aufgabe war nun herauszufinden ob wir das Hostel, welches wir “reserviert” hatten, auch wirklich bekommen haben. Leider hat das Hostel auf unsere E-Mail Anfrage nicht reagiert, sodass wir uns anderweitig kümmern mussten. Also haben wir kurzerhand die Nummer des Hostels ausfindig gemacht, dort angerufen und zwei Betten reserviert. Nach 2 Stunden Fahrt im Großraumtaxi sind wir dann endlich im Hostel angekommen.  Nach einer kurzen Stärkung beim Thai um die Ecke gings dann auch ins Bett, wir hatten einen langen Tag hinter uns, durch die Zeitverschiebung ist die Sonne für uns quasi erst nachts um 2 unter gegangen.

Da wir der Sonne hinterher geflogen sind, konnte ich schon im Flieger einige schöne Bilder machen, hier eine Auwahl

Am Dienstag sollte nun unser erster Tag in Los Angeles beginnen. Gott sei Dank mussten wir uns ums Frühstück keine Sorgen machen, denn das ist im Hostelpreis von 22 Dollar die Nacht inklusive. Das Frühstück ist einfach aber gut, es gibt Toast, Erdbeermarmelade, Corn Flakes (sogar die gezuckerten) und guten Kaffee.
Nach dem Frühstück sind wir also los marschiert. Unser Hostel ist direkt auf dem Hollywood Boulevard gelegen, der Walk of Fame beginnt ein paar Meter vom Hostel entfernt. Letzterer ist ziemlich unspektakulär.  Es sind halt viele, sehr viele, ich glaube 2000 Sterne auf denen viele Namen, die meisten zumindest mir völlig unbekannt, stehen. Genauso unspektakulär ist Hollywood ansich auch. Die Häuser sind alt, nicht besonders gepflegt, nichts von Glamour oder Reichtum ist zu spüren. Einzig der kleine Teil des Boulevards, wo das Kodak Theater, der Austragungsort der Oscar-Verleihungen, zu finden ist, versprüht etwas von dem Flair, was man sich vorstellt wenn man “Hollywood” hört. Gegenüber dem Kodak Theater wurde gerade ein neuer Stern eingeweiht. Nun hat auch die “Muppet Show” einen Stern. Das wurde dort natürlich mit viel TamTam und Blitzlichtgewitter gefeiert – nett.

Um einen ersten Überblick über Hollywood, Beverly Hills und den Heimen der Schönen und Reichen zu erlangen, haben wir eine Guided Tour mitgemacht. Die hat 25 Dollar gekostet und sich echt gelohnt. Denn erlaufen kann man all diese Attraktionen nur schwer. Im Gegensatz zu Hollywood hält Beverly Hills, was es verspricht. Es ist ein unglaublich schickes Viertel, in dem jeder Grashalm perfekt zugeschnitten scheint. Und hier wohnt auch tatsächlich alles, was Rang und Namen hat. Wir sind am Haus von J-Lo, Heidi Klum und Will Smith vorbei gefahren und konnten auch das gigantische Anwesen vom Tom Cruise bewundern. Zugegeben, da wird man neidisch.

Von dort aus ging es weiter zum weltberühmten Rodeo Drive, eine Einkaufsstraße für Reiche in der Geschäfte sind, die so edel aussehen, dass man sich gar nicht traut hinein zu gehen. Wenn man also draußen bleibt sieht man Autos, von denen man gar nicht gewusst hat (zumindest ich nicht) dass es sie gibt.

Die Tour fand am Kodak Theater ihr Ende, von dort aus sind wir dann allein weiter auf Entdeckungsreise gegangen. Das ist in Los Angeles gar nicht so einfach, denn es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Reise, die man unternehmen muss um sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Eigentlich ist Los Angeles gar nicht so groß, denn Hollywood, Long Beach, Beverly Hills, all die sind eigene Städte, sie haben ihre eigene Polizei, ihre eigene Feuerwehr und werden eigenständig verwaltet. das LA County, wozu all diese Städte gehören, ist das, was man unter Los Angeles im weitesten Sinne versteht. Im Klartext: Alles ist so unglaublich weit entfernt, dass es zur Tagesaufgabe werden kann zum nächsten “Stadtteil” zu kommen.

Am Mittwoch haben wir uns einen Tagespass gekauft. Der kostet eigentlich 5 Dollar, wenn man aber nicht wechseln kann, gern auch mal 10. Wir haben ihn genutzt und sind nach Santa Monica gefahren, eine weitere Stadt in LA die am Strand liegt. Eigentlich gibt`s bis auf den Strand auch nichts besonderes dort. Deswegen sind wir zu Fuß weiter Richtung Venice Beach gelaufen. Dort fand ich mein bisheriges Highlight, den Venice Board Walk. Dieser Walk ist eine ewig lange Ladenstraße am Strand entlang, die nur so von Leben in allen Formen strotzt. Unser Reiseführer, der Lonely Planet USA hat es treffend formuliert: “Als Freakshow, Menschenzoo und irrer Karneval ist der Venice BoardWalk Pflichtprogramm.” Man findet dort hunderte kleine Lädchen in denen man alles kaufen, sich massieren oder beschwören, oder auch malen lassen kann. Außerdem führen dort Künstler ihr Können vor, egal ob Rollschuhfahrender E-Gitarrenspieler oder Zauberer mit zweiköpfigen Schildkröten in einem Bauchbasin, dort gibt`s wirklich was zu sehen. Ein Stück Richtung Strand sind riesige Skaterparks, Tennisplätze, Open Air Fitnessstudios und ein wunderschöner, Palmengesäumter Sandstrand – traumhaft.

Mittlerweile war der Sonnnenuntergang in vollem Gange und wir versuchten einen Bus ausfindig zu machen, der uns wieder Richtung Hollywood bringt. Keine leichte Aufgabe. Es verkehren mehrere Busgesellschaften, das Ticket gilt aber nur für eine. Richtige Pläne gibt es nicht, also sind wir in einen beliebigen Bus und haben es irgendwie in 2 Stunden wieder zum Hostel geschafft. Dort angekommen wurden wir direkt von unserem Zimmernachbarn empfangen. Der hatte tolle Neuigkeiten zu überbringen: Kostenlose Tortillas und alkoholische Getränke auf`s Haus. Wir haben uns nicht zweimal bitten lassen, haben gut gegessen, ein Schlückchen getrunken, haben gefühlt das ganze Hostel kennengelernt und sind dann ins Nightlife von Hollywood gestartet.

Etwas verkatert sitze ich nun hier und präsentiere die nächste Auswahl meiner Bilder:

Heute werden wir nach Downtown LA fahren, und wenn noch Zeit bleibt auch noch nach Long Beach. In diesem Sinne, God bless America, und vor allem all meine Leser 😉

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