Hallo Deutschland

Es ist ein später Sonntag abend, eigentlich schon ein zeitiger Montag morgen und ich ärgere mich, weil ich es nicht geschafft habe, genau einen Monat nach Ankunft in Deutschland einen Eintrag zu schreiben und mich quasi hochoffiziell zurück zu melden. Nun gut, es ist jetzt also schon der 28.02. und ich bin seit einem Monat und einem Tag wieder hier.

Unser letzter Tag in Australien war passenderweise der Australia Day, dem Tag an dem alle Australier und diejenigen, die es gern wären mit auf die Wangen gemalten Fahnen und voller Nationalstolz das Land bevölkern und gute Laune haben. Wir hatten die nur bedingt, schließlich sollte unser Flieger 16:55 Uhr Ortszeit abheben und uns nach good old Germany weg vom anderen Ende der Welt bringen. Unsere letzten Stunden in Australien haben wir gut ausgekostet. Früh haben wir unser Gepäck ins Base Hostel gebracht, wir wussten, dass man dort riesige Gepäckfächer für günstig Geld mieten kann. Mit nur einem Strand Bag bestückt haben wir uns in den Bus gezwängt und sind an den Coogee Beach gefahren. Dort waren Himmel und Menschen, Live Musik und so viele Badende im Wasser wie wir nie zuvor gesehen hatten. Leider konnten wir nur 1,5 Stunden Sonne tanken, denn wir wollten zusammen mit Christoph, unserem Wahlaustralier der kurz vor der Staatsbürgerschaft steht die letzten Minuten im Herzen Sydneys verbringen.

Bei tollstem Wetter haben wir uns also nochmal das unvergessliche, großartige Bild gegeben, was sich einem bietet, wenn man am Circular Quay, zwischen Opera House und Harbor Bridge steht.

Beim Weg weg vom Circular Quay hin zum Base habe ich mich immer wieder umgedreht weil ich mich von diesem Bild und der schon jetzt aufkeimenden Erinnerung ich trennen konnte. Irgendwann ist das Opera House und die Bridge hinter einem Wolkenkratzer verschwunden und die Eile in der wir uns eigentlich befanden zum Vorschein gekommen.

Nach einem Sprint zum Base Hostel haben wir unser ganzes Gepäck und ein Taxi geschnappt. Dann ging alles schnell: Im Flughafen zum online check in Counter, dann in den Duty Free Bereich um noch ne Flasche Bundi (die ich in dieser Sekunde genüsslich trinke) zu kaufen und schon saßen wir im Flieger. Bis wir den australischen Kontinent verlassen haben, habe ich aus dem Fenster geguckt und mich gedanklich verabschiedet. Unser Zwischenstopp in Singapore war noch kürzer als der beim Hinflug. Von hier aus hatten wir aber sehr viel Platz im Flieger und konnten fast die ganze Zeit schlafen.

Beim Landeanflug in Frankfurt dachte sich unser Pilot nochmal ganz lustig zu sein und verkündete uns die Wetterverhältnisse wie folgt:

“draußen ist es wunderschön, Sonnenschein, 34 Grad……ähm, ach nee, das war ja Sydney, -14 Grad, dichte Wolken, Schnee, willkommen in Deutschland”.

Die Passkontrolle sprach Bände. Die Beamten haben dermaßen finster drein geschaut und es nicht fertig gebracht wenigstens ein “guten morgen” rauszukriegen. Als wir dann, von Patrick abgeholt, das erste Mal deutsche Luft schnuppern konnten, wussten wir entgültig, dass wir wieder daheim sind. Die Farblosigkeit von allem, was wir sahen gepaart mit der beißenden Kälte wirkte derartig erdrückend, dass wir uns bereits jetzt wieder zurück wünschten.

Letztlich sind wir mittags in Halle angekommen un jeder ist seiner Wege gegangen. Christian nach Merseburg, ich nach Neustadt.

Dort wohne ich imernoch bei meinen liebsten Eltern, die nicht nur, ich bins gewohnt, kein Internet, sondern grandioser Weise auch noch das Fernsehen abbestellt haben.

In den letzten Wochen habe ich mich wieder ganz gut eingelebt, leide aber an großer Australien Sehnsucht. Aber es wird besser. Mit etwas Glück wartet ein neuer Job, dann also auch eine neue Wohnung und ganz sicher der nächste Sommer auf mich.

Ich habe mich entschieden, diesen Blog weiter zu führen. Es gibt immer mal wieder Dinge, die ich gerne teilen würde, wen`s interessiert, sei herzlich willkommen weiter zu lesen. Diejenigen, die sich nur die Reise anschauen wollten seien aber auch dazu angehalten nochmals hier drauf zu schauen. Ich mach gerade noch ein kleines Abschiedsvideo.

Verabschieden werde ich mich auch erstmal, schließlich gibts morgen viertel 8 leckeres Frühstük made by mama :-).

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