Heiß, heißer, DUBAI

Nachts über 30 Grad, langsam laufen bringt mich auch um 23 Uhr noch so zum schwitzen, dass mein T-Shirt durchgenässt ist. So hatte ich das, da muss ich ehrlich sein, nicht erwartet.  10 Tage der Sommer, den wir in Deutschland dieses Jahr nicht so wirklich hatten sollten es werden. Klar war es in Schland auch mal warm, aber nicht dauerhaft und schon gar nicht trocken. Den Sommer wollten wir uns eigentlich in Thailand holen. 3 Wochen waren schon Urlaub genommen, im hässlichsten Monat in Deutschland, der ausschließlich zum netflixen dient, dem von mir wirklich ungeliebten November. Wie die meisten Leser des Blogs ja schon wissen, hab ich allerdings nun im November schon “was anderes” vor, weswegen dieser Urlaub so in diesem Jahr nicht stattfinden konnte. Ich weiß auch nicht, warum mir Sputnik zum Beginn des neuen Jobs nicht direkt 3 Wochen Urlaub geben wollte ;-).

Nach reichlich Verhandeln mit meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich also vom 27. September bis 6 Oktober Urlaub bekommen, Carsten zum Glück auch.  Nun musste nur noch das passende Ziel für unsere Ansprüche (Warm, interessant, bezahlbar) gefunden werden. Südeuropa? Vielleicht Anfang Oktober schon zu kalt. Granne zwar nicht, aber da waren wir ja nun schon! Nur 10 Tage nach Thailand oder nach Kuba? Regenzeit und sehr langer Flug – muss nicht sein. Kenia? Cool, aber so kurzfristig? Auch wegen der ganzen nötigen Impfungen, nee! Dubai hatten wir schon lange im Auge. Definitiv schönes Wetter, Das höchste Gebäude der Welt. Mit einem Quad in der Wüste rum heizen und auf einem Jet Ski vor der Skyline aus Wolkenkratzern und noblen Hotels das Adrenalin spüren? Geht dort alles. Zudem fliegt man nur 6 Stunden und bezahlbar ist es auch – zumindest die reine Reise. Also habe ich mich auf die Suche nach einem tollen Angebot gemacht. Wo wohnt man am besten in Dubai? Welche Airline soll es sein? Wie lange genau.? Klar war, dass wir zur Abwechslung mal nicht in Billig-Fliegern reisen wollten, also haben wir uns für einen Flug mit Emirates entschieden den wir bei FTI, unserem Reiseveranstalter wählen konnte. Hotels gibt es natürlich massenhaft. Die kurze Formel: Hotels in der Stadt sind bei gutem Standard recht günstig. Hotels am Strand oder in Strandnähe deutlich teurer. Wie ich schon vorher raus gefunden habe, ist Dubai riesig und man braucht Ewigkeiten um von A nach B zu kommen, weswegen wir dringend ein Hotel in der  Nähe eines Strands haben wollten. Also hab ich per Google Maps ein Hotel bei der Dubai Marina, dem Yachthafen der Stadt, gesucht. Die Gegend sollte die schönste sein, da sowohl der Hafen als auch der beliebteste Strand “The Beach” fußläufig zu erreichen sind. Als erstes findet man natürlich das Hilton, das Rixos und andere noble Hotels in denen die Nacht irgendwas um 260 Euro aufwärts kostet. Natürlich habe ich Null Bock drauf nur für`s Übernachten derart viel Geld hinzublättern. Wenn man intensiver sucht und bei google maps ganz weit rein zoomt, findet man aber auch preislich attraktivere Hotels. In unserem Fall ist es das Marina Byblos Hotel geworden. Dieses Hotel hat mehrere Vorzüge: Rund 60 Euro die Nacht, vier Sterne und 10 Fußminuten vom Strand entfernt. Dass es einen Roof-Top Swimming Pool und ein kostenlos Fitnessstudio hat, ist ja hier völlig normal. Auch beherbergt das Hotel eine ziemlich tolle Shisha Bar mit Blick auf die Marina, eine Diskothek mit “nem echt guten DJ, ein English Pub und ein russisches Restaurant. Das Hotel haben wir also  bei FTI gesucht und zusammen mit dem Flug, einem Zug zum Flug Ticket und Frühstück gebucht!

Das letzte Wochenende vor dem Urlaub war nochmal richtig voll gepackt: Freitag nach Berlin, auflegen, Samstag der 66. Geburtstag der Mutti in Halle, das hat alles ganz schön geschlaucht. Am Montag und Dienstag ging es mir gar nicht gut und ich hatte bereits Angst, dass der Urlaub krankheitstechnisch ins Wasser fällt. Gott sei Dank ging es mir am Mittwoch morgen wieder gut, sodass das Aufstehen um 5 kein Problem war und wir ganz entspannt mit Bus zum Bahnhof und dann im ICE nach Frankfurt fahren konnten. Dort angekommen haben wir eingecheckt und haben voller Vorfreude den Flieger bestiegen. Emirates ist eine großartige Airline. Super aktuelle Filme, ein Flightmonitor, auf dem man durch außen angebrachte Kameras nach draußen gucken kann und sogar die Möglichkeit per Game Controller am Platz Spiele (auch Poker) zocken zu können – sogar per Netzwerk mit anderen Fluggästen. Die Zeit verging – Achtung, Mega Witz: Wie im Flug!

Als wir ankamen, haben wir uns erstmal etwas alkoholisches zu trinken geholt. Denn Alkohol kriegt man im muslimischen Dubai nirgends außer in lizensierten Hotels zu unverschämten Preisen. Allerdings gibt`s alles was das Trinkerherz begehrt im Duty Free Bereich. 2 Liter Schnapps + Bier und Wein darf man einführen. Also haben wir uns einen Wiskey, einen Wodka und einen Havanna Club geholt, zu etwas weniger als deutschen Preisen. Raus aus der Arrival Zone  hat uns ein FTI Mitarbeiter abgeholt und uns zu seinem Minibus geführt. Hier wurde zum ersten Mal klar wie unfassbar heiß es ist, Mittlerweile war die Sonne untergegangen, dennoch waren 34 Grad schwüle Hitze. Wir sind regelrecht ins klimatisierte Auto geflüchtet und haben uns über schier endlose Highways zu unserem Hotel in der Dubai Marina bringen lassen. Dort angekommen wurden wir edel empfangen, unsere Sachen wurden aufs Zimmer gebracht und wir konnten uns bei 22 Gard Zimmertemperatur kurz aufs Bett knallen. Natürlich sind wir gleich nach dem Auspacken raus und haben unsere Gegend erkundet. “The Walk” heißt die schöne Promenade zwischen Marina und Strand, die wir entlang geschlendert sind und an deren Ende wir ein nettes Lokal fanden, in dem es lecker arabische Kost (ich hatte Schawarma) und Championsleague auf Großbildfernsehern gab. Völlig nass geschwitzt kamen wir im Hotel an und haben noch ein wenig ZDF, den einzigen deutschen Sender geguckt und schließlich geschlafen.    

Den ersten vollen Tag in Dubai haben wir dem Bezirk Deira und seinen Souks gewidmet. Dorthin sind wir mit der Metro gekommen, die sage und schreibe 50 Minuten von uns aus dorthin braucht. Die Souks sind wesentlich gesitteter als die in Marrakesch, dennoch sehenswert. Carsten hat sich dort direkt ein arabisches Dress aufschwatzen lassen, was ihm echt gut steht. Später sind wir mit einem Abra (ein hölzernes Boot) über den Dubai Creek übergesetzt und sind an einer riesigen Moschee und einem weiteren Souk zu einer großen Mall gelaufen. Dort haben wir sehr lecker Thai gegessen und schließlich mit der Metro nach Hause gefahren. Dort angekommen sind wir direkt ins “Arena”, die Shisha Bar, gegangen und haben uns dort eine Wasserpfeife, zwei Weinchen und zwei Bier gegönnt. Unser Hotel gehört nämlich zu denen, die eine Alkoholausschanklizenz haben. Muslime dürfen nicht nur nicht schwul sein sondern auch keinen Alkohol trinken, diese Regeln gelten aber in diesem Hotel nur bedingt. Zumindest für sündige Nichtmuslime wie uns. Wir haben ein Doppelbett bekommen und dürfen auch einen Heben ;-). Ein herrlicher Tag ging zu Ende. 

Das Highlight am Freitag war der Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt. Dorthin sind wir auch mit der Metro gefahren. Sowohl die Metro selbst als auch die Metrostationen sind klimatisiert, weswegen es quasi Türen zwischen U-Bahn und Bahnsteig gibt. Auch die Wege zum Bahnsteig sind klimatisiert, man überquert in diesen kühlen Gangways gigantische Highways und gefühlt ganze Stadtviertel um zur Metro zu kommen. Ausgestiegen an der Station Dubai Mall und Burj Khalifa sind wir erstmal 20 Minuten durch einen solchen Gangway gelaufen um zum hohen Turm zu kommen. Mit 9 m pro Sekunde rast der Aufzug zum 125 Stock dieses insgesamt 828 m hohen Hauses. Schon beeindruckend von dort oben auf die Stadt zu gucken. Von uns wurden Fotos vor ner Greenbox gemacht, die wir uns dann hätten ausdrucken lassen können. Unglaubliche 85 Euro wollten sie für drei Bilder haben. Dankend lehnten wir ab und schossen eigene Bilder. Und die gibt es jetzt unter anderem zu sehen:

Nach zwei Stunden waren wir wieder unten und haben in der wirklich unfassbar großen Dubai Mall versucht das Aquarium zu finden. Das ist ein Unterwasser-Zoo, der mitten in diesem krass-großen Shopping Tempel ist. Das Aquarium war echt schön, neben Haien, Schildkröten und unzähligen Fischen hatten sie auch ein 5 Meter langes Krokodil. Das sah fast unecht aus. Danach sind wir noch ein wenig durch die Mall geschlendert, haben uns das Eislaufstadion, was ebenfalls in der dieser Mega Mall ist, angesehen und sind schließlich in einer völlig überfüllten Metro ins Hotel gefahren. Dort haben wir auf dem Zimmer ein Schlückchen getrunken und haben uns dann ins Societe begeben, der Club im Hotel. Das war überraschend gut. Der DJ hat sauber gemixt, vor allem Songs aus der Mitte der 2000er, die vornehmlich europäisch/russischen Gäste waren gut drauf und der Alkohol sündhaft teuer. Trotzdem haben wir uns insgesamt je 3 Bier gegönnt, für knappe 10 Euro das Stück. Spießig gings in dem Laden nicht gerade zu. Von dem Gesetz “Kein Sex vor der Ehe” hatten hier mutmaßlich die Wenigstes auch nur entfernt gehört. 

Um unser Frühstück nicht zu verpassen sind wir diszipliniert um 10 aufgestanden, haben gegessen und sind danach zum Strand gegangen. Dass man dort ohne Sonnenschirm nicht überlebt war uns schon vom ersten Tag an klar, weswegen wir immer wieder nach einem Sonnenschirm gesucht haben. Diesen gibt`s unglaublicherweise wirklich nirgendwo. Ich bin alleine nochmal vom Strand los um eben diesen und was zu trinken zu finden. Nach 1,5 Stunden hab ich tatsächlich für 100 Dirham (ca, 24 Euro) einen Schirm gefunden und hab auch im 24 h geöffneten Supermarkt eine Flasche Wasser erstanden. Den restlichen Tag haben wir am Strand verbracht. Ich habe mich auf der Luftmatratze von dem welligen Wasser tragen lassen und hab mich trotz Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 verbrannt. Nach einem längeren Strandspaziergang zu ner Beach Party (250 Dirham Eintritt (rund 60 Euro)) sind wir nach Hause und später in einem libanesischen Restaurant essen gewesen. Bis hierhin sind natürlich wieder Bilder entstanden, die ich diesmal in Full HD hochgeladen habe und hier zeige:

Nach einer stressigen Nacht (mehrmals Feueralarm) haben wir heute einen Pool Tag eingelegt und die nächsten Highlights gebucht. Morgen gehts eine Stunde Jet Ski fahren, wobei wir uns den Burj al Arab, das einzige 7 Sterne Hotel und dritt höchste der Welt und die aufgeschüttete Palmeninsel ansehen werden. Am Dienstag geht es dann mit dem Jeep in die Wüste. Ob diese Aktivitäten wirklich so toll sind, wie es (zumindest für mich) erstmal klingt, dass schreibe ich im nächsten Post!

Service Wüste Dubai

Das was in Deutschland eine Servicewüste ist, ist in Dubai unglaublicher Service mitten in der Wüste. Also das Gegenteil. In Dubai ist […]

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