Koala, Kreisverkehr & Jellyfish

Diese und noch viel mehr kuriose Begriffe kann man mit nur einem Wort zusammenfassen: NOOSA. Noosa ist aber nicht nur ein x-beliebiges Wort, sondern auch ein garnicht so kleines Städtchen im Herzen der Sunshine Coast im Süden von Queensland.

Nach Noosa hat es uns in erster Linie getrieben, um unseren potentiellen Mitreisenden abzuholen. Steve, ein Schotte, hatte auf unsere Anzeige im Netz reagiert und wollte uns in den Norden begleiten. Nach unzähligen SMS war genau klar, wo wir ihn abholen sollten – in der Innenstadt von Noosa. Dort angekommen sagte er uns unter mehr oder weniger ernstzunehmender Entschuldigung ab.

So standen wir nun da, ohne Plan (natürlich) dafür aber mit Tatendrang und Entdeckerlaune. Und wir haben Noosa entdeckt. Und es hat wirklich ewig gedauert. Der Grund: Kreisverkehre! Nein ehrlich. Wir hatten eine Karte, wir hatten sogar zwei Karten, aus dem Touristenbüro. Keine Chance. Die Stadt hat ungefähr 60.000  Einwohner und nicht eine einzige Ampel. Denn alles wird über Kreisverkehre geregelt. Nicht übertrieben und ungelogen: Aller 50-100 Meter kommt ein Kreisverkehr. Für den Verkehrsfluss ist das genauso groß- wie für ortsunkundige Touries abartig. Wir haben uns nur verfahren – und wir waren 5 Tage in Noosa. Jeder Kreisverkehr glich exakt dem Nächsten obwohl die Kreisverkehre alle unterschiedlich alt sind. Diese Tatsache hat sich für uns übrigens als sehr witzig herausgestellt, da die neuen Kreisverkehre in den von uns besessenen Karten nicht eingezeichnet waren. Abgeschlossen hat diese Verkehrsdramatik die katastrophale Beschilderung die in Australien Gang und Gebe ist. Hier stellt man Richtungsschilder immer so auf, dass man sie erst sieht, wenn man in die falsche Richtung dran vorbei gefahren ist.

Wie auch immer. Noosa ist trotz ihrer Kreisverkehre eine bezaubernd schöne Stadt. Sie ist durchzogen von Seenähnlichen Meeresarmen und Flüssen, eigentlich alle Häuser in Noosa stehen in irgendeiner Form am Strand. Boote aller Art liegen vor den Häusern und werden von ihren Besitzern gefahren um Barbecue auf dem See abzuhalten oder eine Flasche Sekt beim gondeln entlang der Promenade zu killen. Wunderschön. Nervig waren die Öffnungszeiten der Kaufhallen und vor allem der Bottle Shops, denn die waren jeden Tag anders, weswegen wir nicht nur einmal exakt 21,5 Sekunden zu spät waren und damit im SevenEleven (ein 24 Stunden Convenience Store) für den vierfachen Preis eine Pulle Cola holen mussten.

Genug dazu. Wir haben unsere Zeit nicht ausschließlich damit vertrödelt durch wirre Kreisverkehrgebilde zu geschlossenen Bottle Shops zu fahren, sondern haben auch die reichhaltige Natur Noosas bewundert. Der Noosa National Park ist eine herrliche Anlage die aus endlosen Wanderwegen im Busch und tollen Küstenpfaden am Meer entlang besteht. Den Coastal Track sind wir sogar mehrmals gelaufen – und gejoggt. Deswegen, weil dieser so unfassbar schön war, dass ein einziger Gang einfach nicht gereicht hätte um diese Schönheit auf sich wirken zu lassen (hör ich mich gerade etwas schmalzig an?). Man sieht raue Steilküsten und schroffe Felswände an denen die Wellen mit atemberaubendem Getöse zerschellen genauso wie einsame, verlassene, schneeweiße Strände bei deren Anblick man schon ganz automatisch an ein heißes Date am oft beschriebenen Traumstrand denkt.

Mein persönlicher Höhepunkt waren allerdings nicht die Strände, auch nicht die Felsen und Wellen. An derartige Dinge ist man in diesem Land ja quasi schon gewöhnt. Mein Highlight war ein kleiner, zuckersüßer, aber viel zu verpennter Koala Bär (ich weiß, die Vicher sind keine Bären), der gemütlich hoch im Baum gehangen hat. Ein Koala im WildLife, also nicht in nem blöden Zoo zu sehen, ist schon eine Erfahrung. Cute.

Mein persönlicher Tiefpunkt war ein Tag am Strand, an dem ich das erste Mal Bekanntschaft mit einem JellyFish machen durfte. Fiese und unichtbare Quallen die dich mit ihren Tentakeln streifen und deine Haut dick, hässlich und rot machen. Und sie brennen lässt. Nachdem ich mir vom Lifesafer versichern lassen habe, dass es sich um ein nur wenig giftiges Tierchen handelt, konnte ich auf den Arztbesuch verzichten und mich der abendlichen Party widmen.

In der Straße, in der wir mit unserer Eigentumswohnung standen, trafen wir andere Traveller aus den USA und Canada. Leicht angetrunken fragte ich ganz spontan, ob nicht einer von ihnen mit uns als Travel Mate nach Norden fahren will und siehe da, ich bekam positive Antwort von einer hübschen Lady, die in diesem Moment neben mir sitzt. Jenny ist 26, kommt aus Canada, spricht den von mir doch ziemlich gemochten american slang und ist jetzt mit uns unterwegs. Obwohl wir sie in Noosa getroffen haben, mussten wir sie in Brisbane abholen, denn dort musste sie mit ihren vorigen Reisenden noch hin. Was soll`s, von Noosa nach Brissie sind`s doch nur lächerliche 140 Ks, no worries. Von Brissie sind wir also gestern Nachmittag losgedüst und haben am späten Abend Rainbow Beach erreicht.

Als uns Jenny dann mitteilte, dass sie kein Zelt hat, sondern mit im Auto schlafen will, haben wir nicht schlecht geguckt. Was soll ich sagen: Zu dritt im Kmobi hinten drin hört sich übel an, aber es ging. Ich habe super geschlafen, konnte heute einen fetten Strandtag am ellenlangen Rainbow Beach einlegen und fühle mich auch jetzt um 20:43 Uhr noch sehr wohl, so schlimm kanns also nicht gewesen sein.

So, meine Fr….Herren, ich bin ja heute in  Schreibelaune…Denjenigen, die noch “dran” sind, sage ich jetzt “catch U later” und lasse nicht mehr meine Finger sondern meine Bilder sprechen:

Wer Bock auf “google mappen” hat: Wir sind gerade in Maryborough, kurz vor Hervey Bay, dem Ort in dem die Fraser Island Tour im 4 wheel drive los geht. It´s gonna be fun :-).

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