Mittendrin statt nur dabei

Wenn wir das Fenster aufgemacht haben und die Hand raushielten, war es als würden wir durch den Händetrockner einer McDonalds Toilette fahren. Der Grund: Außentemperaturen von 47 !!!! Grad Celsius. Wir alle haben uns unzählige Male gegenseitig erzählt, dass wir sowas noch nicht erlebt hatten. Das war an dem Tag, der hier in den Australischen Medien als “Black Saturday” beschrieben wird. Der Tag, an dem die schrecklichen Buschfeuer ausgebrochen sind.

2 Tage zuvor sind wir in Sydney losgefahren. Haben nochmal für 111 Dollar eingekauft um uns auf unsere erste Reise vorzubereiten. Die Küste entlang nach Melbourne:

route

Unsere erste Nacht haben wir in den zwar alten, dafür unglaublich gemütlichen Camper Vans direkt am Strand verbracht. In einer Klohütte in der Nähe gabs sogar fließend Wasser. Wähernd des Essenkochens mit dem im Van befindlichen Gaskocher kam ein Auto mit zwei australischen Mädels die den restlichen Abend bei uns blieben. Kurz nachdem sie dann gegen 2 Uhr nachts nach Hause fuhren, kamen sie mit ner riesen Tüte voller Cheeseburger wieder, die sie uns mit den Worten “welcome to australia package” schenkten. Am nächsten Morgen wurde uns klar, dass wir uns im Paradies befanden. Ein großer Strand, wunderschänes Wetter, Surfer und alles, was man sich so vorstellt.

14 Uhr gings weiter Richtung Melbourne. Mit vorbeiziehenden Wäldern, Kangeroowarnschildern und vor allem Stunden wurde uns klar, dass wir uns leicht verkalkuliert hatten, wollten wir doch nich durchheizen wie die Wahnies, sondern auch was sehen.Wir schruppten also ordentlich Kilometer, fanden auch die nächste Nacht nen schänes Plätzchen zum Nächtigen. Am folgenden Tag wollten wir Meldnourne erreichen, am Samstag abend also. Wir fuhren gegen 10 los. Bei blauem Himmel und 34 Grad. DIe Luft wurde immer heißer. Gegen 17 Uhr wurde der Himmel zunehmend gelb und immer dunkler. Es roch, als würde man die ganze Zeit neben einem Lagerfeuer her fahren. Es wurde immer dunkler, irgendwann richtig finster und beängstigend. Irgendwann stand “road closed” da. Ãœberall härten wir Sirenen. Trotzdem sind wir noch 10 Kilometer gefahren. Um nicht mitten auf dem Feld schlafen zu müssen. Unser vorläufiges Ziel hieß Sale. Ein Ort nahe dem Meer, in dem wir evtl. ein eben so schänen Platz finden würden. In Sale angekommen, empfahl uns ein Tankstellenwart einen hübschen Aufenthaltsort direkt am Meer. Auf dem Weg dorthin haben wir uns so verfahren, dass wir vor den Toren der RAAF (Royal Australien Airforce) standen. Also haben wir gefragt, wo wir hin sollen, und wo es raus aus Sale geht. Die Antwort des Wachmanns war kurz und einprägsam und führte uns das erste Mal so richtig vor Augen, in welcher Lage wir waren: ” There is absolutly no way out of the  town”. Zu gut deutsch: Alle Highways sind geschlossen, heute nacht kommt kein Mensch mehr aus dieser Stadt raus. Und wir sollten uns doch auf einen Camper Park stellen, in der Nähe der Polizei. Außerdem bekamen wir den Tip uns nicht zu sehr über den eventuell fallenden Regen zu freuen, da es sich hier um den sogenannten “Black Rain” handele. Um mit Asche gefüllten Regen, der alles dreckig macht, worauf er fällt. Auf dem Camper Platz angekommen, fing es leicht an zu regnen. Unvorstellbar, wie dreckig die Autos am nächsten Tag waren.

Am nächsten Tag konnten wir raus aus Sale und weiter Richtung Melbourne fahren. Endlich hatten wir es geschafft. Meldbourne war chick, tolle Strandpromenade, tolle City. Leider mussten wir am gleichen Abend weiter Richtung Seymour, also auf den Rückweg.

Am Montag haben wir dann die letzte Nacht im Van verbracht, in der Hauptstadt Australiens: Canberra. Eine neue Stadt, die so perfekt geschnitten ist, dass es schon ungemütlich erscheint. Hier hat alles genau seinen Platz. Die Stadt hat sich eben nicht entwickelt sondern wurde einfach hochgezogen.

Am Dienstag haben wir dann mehr oder weniger pünklich unsere Wicked Camper abgegeben und sind abends ohne zu wissen, wo wir die Nacht verbringen würden feiern gegangen. Schließlich hatten wir ein Geburtstagskind unter uns. Früh um 7, wussten wir, machte das Base Hostel auf, indem wir uns einfach für 2 Stunden in die Lounge gelegt haben, das kostet ja nix.

Dann gings mit dem Taxi zum Flughafen um die Jucy Camper abzuholen, etwas komfortablere Vans, mit Klima, zwei Batterien, Kühlschrank und niedrigerem Spritverbrauch. Nun sind wir wieder seit 2 Tagen unterwegs Richtung Brisbane. Jetzt lassen wir uns mehr Zeit, bis Anfang März haben wir diese Vans.

Derzeit dürfen wir genau das Gegenteil des Melbourne Trips erleben: Regen und nur 17 Grad. Man sagte uns aber: The weather is getting better in Brissie. Na dann, wir werden sehen.

Eine kleine Auswahl der Pix gibts zu sehen, die anderen kommen etwas später 🙂

Von der Landschaft gibt`s noch viel mehr tolle Bilder, die wir bald reinstellen. Leider nicht unsere Kamera, daher dauert`s etwas.

see ya (wie hier jeder sagt)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 Gedanken zu “Mittendrin statt nur dabei”