On Tour

Die letzte Woche war geprägt von Busfahrten. Wir machen zwar Urlaub, trotzdem müssen wir irgendwie voran kommen, schließlich wartet am 29. Mai ein Flieger in San Jose (Costa Rica) auf uns.

Das erste große Stück haben wir vor einer Woche am Monatg zurück gelegt. Netterweise haben uns Katha und Carlos zum Busbahnhof nach Guatemala Stadt gefahren, wir hätten ihn wahrscheinlich auch nie gefunden. Zuerst sind wir direkt mal in den falschen Bus gestiegen, diese komischen Städtenamen klingen manchmal aber auch gleich. Unser Ziel war Esquipulas, ein kleines Städtchen Nahe der Grenze zu Honduras, die wir an diesem Tag noch überqueren wollten. Nach knapp 6 Stunden, um 18 Uhr, waren wir auch da, haben uns ein Sammeltaxi geschnappt und sind über die Grenze. Ohne Probleme. Noch.

Der kleine Ort in Honduras, Namens Ocotepeque, sollte zur Übernachtung dienen, schließlich ist der nur 22 km von der Grenze entfernt und beherbergt ein Hotel. Nur dumm, dass der letzte Bus dorthin um 17:30 Uhr fuhr. Nun standen wir mit Sack und Pack da. Wir fragten die Leute, die vor einem riesen Reisebus standen, wann und wohin der denn fahren würde. Die Antwort war kurz, knapp und deprimierend: Mitternacht direkt nach San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt Honduras`, die auf unserem Weg liegt. Man versprach uns sogar, dass wir einen Anschlussbus und die Fähre am morgen nach Utila, einer der Bay Islands und unser vorerst entgültiges Ziel erreichen würden. Da uns sowieso nix anderes übrig blieb haben wir uns noch 4 Stunden am Grenzposten gelangweilt und sind über Nacht mit diesem Bus durch`s dunkle Honduras gefahren.

Um`s gleich vorweg zu nehmen: Wir haben die Fähre, die früh um 9 ab der Küstenstadt La Ceiba, dem Ziel des Anschlussbusses, fährt, natürlich nicht bekommen. Warum? Weil unser Bus kurz vor San Pedro Sula liegen geblieben ist, wir ne Stunde auf einen Ersatzbus warten mussten und damit den Anschluss verpasst haben. Also sind wir in La Ceiba (die Küstenstadt) total übermüdet in ein Fastfood Restaurant gesteuert um dort was viel zu teures und ungesundes zu essen und die Klimaanlage zu genießen.

16 Uhr fuhr die zweite und letzte Fähre nach Utila, die haben wir genommen und sind gut auf dieser kleinen hübschen Karibikinsel gelandet. Nach nicht mal zwei Minuten hatte ich 10 Flyer von allen möglichen Tauchshops in der Hand, die mit grellend bunten Lettern zu beschreiben versuchten, warum gerade ihr Tauchshop der coolste, billisgte, lustigste, sicherste und weiß der Teufel was noch ist. Wir haben davon profitiert, denn die erste Nacht bot man uns gratis an, hoffte man doch uns ein paar Tauchgänge verscheuern zu können. Haha, falsch gedacht. Sinah war ja nun schon tauchen, und ich kann mich bei diesen Preisen (obwohl es hier wirklich billig ist) nicht dazu überwinden.

Eigentlich hatten wir gehofft auf dieser Insel ebenso günstig Kitesurfen lernen zu können. Aber hier dreht sich alles ausschließlich ums Tauchen und ums anschließende Saufen. Letzteres haben wir an beiden Abenden, an denen wir hier waren, mitgemacht. Am Dienstag war Tequila Tuesday in einer Bar die auf einem Steg gelegen ist. Dort wurde nicht nur wild gefeiert, sondern auch wild ge(zensiert).

Die folgende Nacht gab`s kein Strom, am nächsten morgen auch nicht. Zumindest war im Motorboot eines Tourveranstalters noch etwas Sprit, sodass uns der Fahrer auf Water Kay bringen konnte. Das ist eine von vielen Miniinselchen die sich entlang des Riffs im Atlantik entlang schlengeln.

Man stelle sich ein Werbeplakat von einem einsamen Karibikstrand mit Kokosnusspalmen und kristallklarem, türkisfarbenen Wasser vor und hat das Bild in Gedanken, was uns dort offenbart wurde. Herrlich. Dort haben wir in Hängematten rumgelegen, ein bisschen geschnorchelt, gebadet und entspannt. Am Abend haben einige Taucher den Abschluss ihres Dive Master Lehrgangs im Cocos, einer weiteren Bar auf nem Steg, gefeiert. Dort waren wir natürlich auch dabei und haben viele bekannte Gesichter von unserer Reise durch Zentralamerika wieder getroffen.

Immerhin 2 Stunden Schlaf hab ich abbekommen, die Fähre fuhr schon um 6:20 nach La Ceiba zurück, wie unchristlich in einem so gläubigen Land. Ansonsten haben wir in Honduras nicht viel gesehen. Sinah hat das spanisch der Honduraner eh schlecht verstanden und schon jetzt merkten wir, dass wir langsam in Zeitstress kommen. Daher fuhren wir in einer 7 Stündigen Busfahrt nach, jetzt muss ich selber googeln, dieses Stadtnamen kann sich doch kein Mensch merken, Tegucigalpa weiter.

Diese Stadt ist die Hauptstadt dieses Landes und wurde uns sogar von einheimischen als nicht besonders sehenswert und vor allem gefährlich beschrieben. Tatsächlich sah die Stadt zumindest aus dem Bus heraus gruselig aus. Überall Müll (obwohl das kein Alleinstellungsmerkmal für diese Stadt ist), verfallen Hütten, rumliegende Penner und streunende Hunde. Nach Ankunft am Busbahnhof sind wir schnell in ein Taxi geflüchtet und zur nächsten Busstation gefahren. Dort sind wir auch direkt in einen Minibus verladen und zur nicaraguanischen Grenzstadt El Paraiso gebracht worden. Der Fahrer muss von allen guten Geistern verlassen worden sein, er ist gefahren wie ein Henker.

In strömenden Regen sind wir angekommen und haben uns in die nächstbeste Unterkunft gerettet. Diese Absteige war wirklich unterste Schublade, sowohl vom Preis als auch vom, ich will`s gar nicht so nennen, Komfort her. Für umgerechnet 1,80 Euro haben wir in abgewetzten Betten geschlafen. Kein fließend Wasser, eine widerliche Toilette ohne Spühlung und ein undichtes Dach waren nur ein paar Features, die dieses Loch zu bieten hatte. Und trotzdem, schlafen konnten wir irgendwie.

Bevor ich ins Schwafeln gerate gibt`s jetzt erstmal ein paar Eindrücke von der Reise nach und durch Honduras:

Eigentlich gibt es ein Grenzabkommen zwischen Guatemala, Honduras, Nicaragua und El Salvador was besagt, das man keine Ein- oder Ausreisegebühren an den jeweiligen Grenzen zahlen muss. Trotzdem hat man uns auf nicaraguanischer Seite erstmal 12 US$ abgeknöpft – Touristensteuer. Dann sind wir in einen Minibus gestiegen der uns nach Somoto brachte. Dort haben wir in ein Hotel eingecheckt, was uns ziemlich viel Unglück brachte. Eigenartigerweise ist Sinah`s Kamera weggekommen.

Als am nächsten morgen auch noch ihr in die Wäsche gegebenes Kleid weg war, lief das Fass fast über. Zumindest hat es uns davon abgehalten die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit zu besichtigen. Eine tiefe Schlucht. Stattdessen haben wir uns auf ein von Stundenten organisiertes Fußballfest gestürzt und im Freien auf Großbildfernsehern das Champions League Finale geschaut. Wirklich witzig, wenn nicaraguanische Kids lauthals “Bayern” brüllen. Außerdem haben wir hier zwei Jungs aus Deutschland wieder getroffen, die wir schon in Flores/Guatemala kennengelernt hatten. Sie fahren mit dem Fahrrad von Alaska nach feuerland, die Panamericana entlang. Krank.

Nach einem ruhigen Abend und einer ebenso ruhigen Nacht sind wir am nächsten Tag zum nächsten Ziel aufgebrochen. Selbiges heißt Leon, ist die ehemalige Hauptstadt des Landes und hat nicht viel zu bieten außer viele zerfallen Kirchen und Vulkane drumherum. Die sind übrigens hier die Hauptattraktion, denn man kann von einem von ihnen mit einem Holzbrett runter rutschen. Das ganze nennt sich Volcano Boarding und sollte unsere Hauptbeschäftigung am nächsten Tag werden.

Früh um acht wurden wir von einem netten Tour Guide abgeholt und fuhren mit einer Gruppe lustiger Britten (und einer Australierin) zum Fuß des Lavabergs. Von Dort aus ging es steil bergauf. Mir hat diese Vulkanwanderung besser als die in Guatemala gefallen, wir sind bis zum Krater vorgedrungen, konnten weit ins Land hinein gucken und hatten natürlich die ganze Zeit die Vorfreude auf`s boarden im Kopf.

Die 1,5 Stunden Aufsteig wurden also von einer einminütigen Abfahrt gekrönt. Das war zwar eine verdammt dreckige Angelegenheit, hat aber super Spass gemacht. Schmutzig wie Schornsteinfeger sind wir wieder in den Geländewagen und wurden zurück nach Leon kutschiert. Nun haben wir doch noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gewagt und haben uns ein paar der Denkmäler und Kirchen angeschaut. Gegen 15 Uhr marschierten wir Richtung Busbahnhof und bekamen auch direkt den Expressbus nach Managua, der Hauptstadt Nicaraguas.

Auch diese Hauptstadt sollte nur ein Zwischenstopp zu unserem Ziel, Granada, sein. Sofern ich das durch meine Beobachtungen aus dem Busfenster beurteilen kann, hat mir diese Hauptadt bis jetzt am besten Gefallen. Schöne Grünflächen, Spielsplätze, eine Universität, gute Straßen. Hier sah`s gut aus. Der letzte Bus an diesem Tag brachte uns nach Granada. Diese Perle aus der Kolonialzeit ist nun unser zu Hause für die nächsten 2 Tage. Mein erster Eindruck verspricht einiges.

Die Stadt sieht wunderschön aus, sie passt garnicht so recht zu all den anderen Städten in Zentralamerika. Die meisten Häuser sind toll in Schuss und architektonisch hübsch gebaut. Wir haben ein nettes kleines Hostel bezogen, in dem es wie fast überall Internet und bequeme Hängematten gibt. Der Clou: Hier zahlen wir nur 100 Cordoba, enspricht ganz rund 4,50 US$, also noch viel runder 3,30 Euro.

Von hier aus habe ich auch die Bilder unserer Reise durch das schöne Nicaragua hochgeladen:

Hier gibt es viel zu tun, wir müssen uns auf Grund zeitlicher Beschränkungen aber sehr zurücknehmen. Im Angebot: Eine Baumwipfelwanderung (Canoyping), Bootstour auf dem Lago de Nicaragua zu einem Haufen kleiner Inseln, nahe denen man die seltenen in Süßwasser lebenden Bullenhaie beobachten kann, Besteigung des Glockenturm der Stadt mit unverwechselbarer Sicht auf Selbige…

Was wir davon un letztlich machen ist noch ungewiss. Noch. Spätestens im nächsten Post erzähl` ich`s dann. Vorschläge gern in den Kommentaren.

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