Service Wüste Dubai

Das was in Deutschland eine Servicewüste ist, ist in Dubai unglaublicher Service mitten in der Wüste. Also das Gegenteil. In Dubai ist vieles ganz anders, zum Beispiel die Tatsache, dass man dort Jet Ski fahren darf, und zwar ohne Führerschein. Natürlich hatte ich schon vorher recherchiert, was mein geliebter Wassersport in den VAE kostet. Zwar ist es auch dort sündhaft teuer, aber ich hab bei Groupon wirklich gute Deals gefunden: 349 AED (Dirham), also 80 Euro für eine Stunde Jet Ski Tour entlang der Küste Dubais. Zum Vergleich: Hätte man eine ähnliche Tour direkt bei einem der vielen Anbieter am Strand gemacht, hätte man dafür 900 AED, also knappe 210 Euro bezahlt. Das Einlösen des Groupon Vouchers für den Jet Ski Fun ging ganz einfach, Sharifa, eine ganz kleine dunkelhäutige Endzwanzigerin hat sich mit uns per WhatsApp in Verbindung gesetzt um uns den Ort, zu dem wir kommen mussten mitzuteilen. Am Montagmorgen sind wir also mit einem lahmen Bus fast 45 Minuten zum Sailing Club gefahren, haben uns einweisen lassen und die 900 ccm Jet Skis bestiegen. Unser Guide hatte auf seinem Jet Ski noch einen Lehrling mit, weswegen es etwas dauerte ehe wir dann wirklich losheizen konnten. Meine Erwartungen sind vollstens erfüllt worden. Erst raus aus dem Segelhafen in Schrittgeschwindigkeit und dann mit Vollspeed auf dem offenen Meer Richtung Burj al Arab, dem angeblich einzigem 7 Sterne Hotel der Welt. Daran vorbei sind wir in Richtung der Palm Jumeirah, der künstlich aufgeschütteten Insel in Palmenform gefahren und haben dabei die imposante Skyline der Dubai Marina vom Meer aus bestaunt.  So recht viel “Aussicht genießen” war aber nicht drin, schließlich musste ich mich auf die Raserei konzentrieren, die mir wieder ungeheuer Spaß gemacht hat. 76 km/h hat der Tacho gezeigt. Auf Wellen im persischen (und wahrscheinlich auch allen anderen) Golf(en) ist das ziemlich flink und man fliegt regelrecht übers Wasser. Einmal bin ich mit dem Jet Ski derart hart aufs Wasser aufgeschlagen, dass es mir fast den Lenker aus der Hand gehauen hätte. Es war wieder großartig. 

Nach diesem fantastischen Erlebnis sind wir zum Kite Beach geschlendert und dann entlang des Meeres am Strand Richtung Burj al Arab gelaufen. Ich muss sagen, dass mir dieser Strand wesentlich besser als der “unsere” gefallen hat. An der hübschen Promenade sind viele kleine Stände und hübsch anzusehende Villen im modern-arabischen Stil. Dazwischen steht immer mal wieder eine Moschee, die gerade bei Dunkelheit schön aussehen, weil sie generell sehr stilvoll angeleuchtet werden. Dazu säumen Palmen und keine Wolkenkratzer (wie bei uns) den Strand. Wirklich schön. Nicht ganz so nett war das Brennen an meinem Bein – ein Schmerz den mir eine kleine, böse Qualle zugefügt hat als wir noch mal ins nicht wirklich kühle Nass gestürzt sind. Der Lifeguard versicherte mir aber, dass die nicht wirklich giftig sind. Den Abend haben wir dann im 360 Grad, einer stylischen, aber ganz schön teuren Bar mitten im Meer gegenüber des Burj al Arab ausklingen lassen. Dort haben wir uns ne ganze Weile mit einer zum Islam konvertierten, aber dennoch recht freizügigen Kanadierin und ihrer russischen Freundin unterhalten, die an diesem Abend Ausgang von ihren frisch getrennten Ehemännern hatten. 

Am nächsten Tag haben wir endlich mal wieder den Strand aufgesucht. Ich habe mich ewig auf der Luftmatratze in den Wellen treiben lassen und mich auf den Nachmittag gefreut, denn da stand die ebenfalls bei Groupon gebuchte Dessert Safari an. Obwohl das Angebot verlockend klang (Dune Bashing, Kamel reiten, Quad fahren, Barbeque, Shisha rauchen, etc.) habe ich nicht so viel davon erwartet – zumal die Tour erst 16 Uhr losgehen sollte. Schon etwas zeitiger war der Fahrer in seinem Land Cruiser vor unserem Hotel, denn diesmal haben wir ein Angebot gewählt, bei dem man im Hotel abgeholt wird. Der aus Pakistan stammende Fahrer hat neben des Fahrens noch unendlich viel an seinem Handy rumgefummelt, wohl auch um die anderen Pick Ups zu koordinieren. Als wir schließlich komplett waren (ein Pärchen aus Österreich und ein Ehepaar mit Kleinkind aus Indien) sind wir über weite und breite Highways in die karge Landschaft, die Wüste gefahren. Nachdem unser Pakistani den Reifendruck verringert hatte, ging es also ins Abenteuer, was mich total überrascht hat. Der hat dieses Auto über die Dünen in einem atemberaubendem Tempo gejagt, gefühlt ohne auf irgendwelche Gefälle oder Neigungen zu achten. Eine Achterbahn war ein Dreck dagegen, mir ist nicht nur einmal das Herz in die Hose gerutscht, als die Kiste mit einer seitlichen 45 Grad Neigung ein wahrscheinlich 60 %iges Gefälle durch den Sand geschlittert ist. Während der Fahrt war ich mir nicht sicher, ob ich das gut finden soll, dennoch hat es mich unglaublich fasziniert, was mit so einem Auto alles möglich ist. Ich war regelrecht beruhigt als wir endlich mal zum fotografieren angehalten haben. Und auch das hat sich total gelohnt. Ich fand ja schon das Outback faszinierend, und so auch diese (ganz andere) Wüste. Riesige Dünen mit ganz weichem Sand, unendliche Weiten, und die riesige Sonne, die die ganze Szenerie in ein so warmes, rötliches Licht tauchte. Unser Pakistani hat übrigens auch beim Photo Stopp einen tollen Job gemacht, die Bilder sind wirklich toll geworden. 

Etwas gemächlicher ging es dann zum Camp, was total hübsch gestaltet, wenn auch wenn schon deutlich als Massen Touri Ziel zu erkennen war. Dort sind nur Carsten und ich zum Quad Parcours geleitet worden, die anderen hatten diesen Teil nicht mitgebucht. Die Quadfahrt war total lustig, in der Abendsonne durch den Sand zu rasen macht halt einfach Spaß. Voll “on fleek” würde man wohl sagen, wenn man die U20 Zielgruppe mit einbeziehen möchte ;-). Vor dem Camp gab es dann auch noch nen kleinen Kamelritt, den wir für ein paar Dirham erweitert haben. Danach sind wir direkt in die Shisha Lounge und haben uns dort von sehr netten Arabern versorgen lassen. Der Service ist hier, wie schon am Anfang angedeutet, immer hervorragend. Dauernd irgendjemand, der dir helfen will, dir neue Kohle auf die Shisha tut, dir Fragen beantwortet, den Weg zeigt, wirklich toll! Die ganze Stimmung in dem Camp war unfassbar schön und wir hatten wirklich das Gefühl einer authentischen arabischen Nacht. Die Bauchtanz- und Feuershow waren ebenfalls echt gelungen, auch wenn die Anlage aus der die Musik kam, schon ganz schön krächzte. Auch ein Barbeque mit  großer Auswahl war inbegriffen, hier hat wirklich alles gestimmt. Deswegen haben wir uns auch kurz vor der Abfahrt dazu hinreißen lassen zwei ausgedruckte Bilder für zusammen 10 Euro zu kaufen. Das kam uns im Gegensatz zu den Fake Bildern vom Burj Khalifa geradezu geschenkt vor. 

Sehr glücklich und erschöpft sind wir ins Hotel gebracht worden und sind zur Erfrischung noch mal in den Pool. Als kleine Erfrischung für den geneigten Leser dieses mal wieder recht ausufernden Reiseberichts gibt es jetzt erstmal ein paar Bilder mit – man LESE und Staune – schriftlichen Beschreibungen ;-).

Bevor wir die nächste Tour in Angriff genommen haben (Tagestrip nach Abu Dhabi), haben wir den Mittwoch damit zugebracht in die Mall of the Emirates zu fahren, um dort ein bisschen einzukaufen und uns die Ski Halle anzugucken (Ja man, kann eine 400 m. Abfahrt bei -4 Grad in der Mall machen). Eingekauft haben wir letztlich nur eine Power Bank für Carstens iPhone, was nach dem Update auf iOS 11 durch miserable Akkulaufzeiten glänzt. Damit der Tag noch etwas mehr hergibt, als durch Einkaufszentren zu latschen, haben wir uns die Palme (also die aufgeschüttete Insel) für den späten Nachmittag vorgenommen Also sind wir mit der Metro, durch endlose Gangways und Parkhäuser schließlich zur Monorail gelangt, welche direkt zum “The Atlantis”, einem Mega Hotel an der Spitze der Insel fährt. Dort war es ganz nett, aber irgendwie bin ich diese Super-Mega-Reichen-Nobel-Spießer-Hotel-Ressorts etwas satt. Die sind war chic und edel, sind aber so unverschämt teuer und haben keinen Charme, dass mich wohl auch mit noch so viel Geld dort nichts hintreiben würde. Auch dort ist uns, wie schon sehr oft zuvor, aufgefallen, dass die Bars, Restaurants und Poollandschaften alle gähnend leer waren. Vielleicht liegt es daran, dass tatsächlich noch keine Saison ist (es ist einfach noch zu heiß) oder dass es in Dubai zu viele zu teure Hotels gibt, ich weiß es nicht. Klar haben wir dennoch ein paar schöne Fotos geschossen und sind dann mit der Monorail und Tram zurück zum Hotel. In dessen Nähe gibts einen netten Marokkaner, bei dem wir noch eingekehrt sind. Dann sind wir auch schon ins Bett, schließlich mussten wir am nächsten und vorletzten Tag schon 9:45 Uhr zwei Metro Stationen vom Hotel entfernt Spalier stehen um uns zum Abu Dhabi Trip abholen zu lassen. Diese Tagestour fand im großen Reisebus statt und war anfangs auch ganz schön. Denn die erste Station war die Sheikh Zayed Grand Mosque, die drittgrößte Moschee der Welt. Ich muss ja zugeben, dass ich eine echte Schwäche für Moscheen habe. Schon dadurch, dass sie immer in weiß oder hellem beige gehalten sind und durch die Teppiche drinnen irgendwie gemütlich wirken, versprühen sie einen ganz angenehmen Charme. Wenn dann die Klänge des Muezzins ertönen, fühlt man sich direkt in eine andere Welt versetzt. Schön war es dort, auch wenn die ganzen Vorschriften schon arg gewöhnungsbedürftig sind. Schuhe, aus, nicht gegenseitig anfassen, alle Frauen müssen verschleiert sein, essen verboten, trinken verboten, alles verboten… Und trotzdem: Ein faszinierendes Gebäude.

Weiter ging es mit dem Bus durch die Stadt, die ich ehrlich gesagt für nicht weiter erwähnenswert halte, was weniger an Abu Dhabi selbst, sondern vielmehr mit der Art des Sightseeings zu tun hat.  Man wird an irgendwelche Paläste gekarrt, die man aber nur von weiten zu sehen bekommt, sieht ein Heritage Village, was wie eine billige Filmkulisse wirkt aber das “ursprüngliche” Abi Dhabi zeigen soll, macht Stopp an einer schlechten Mall und wird in ein “Museum” geleitet, wo`s goldene Teppiche zu kaufen gibt….  Der Halt am Obst- und Gemüsemarkt, bei dem wir eine frische Kokosnuss getrunken und einem ADAC ähnlichem Typen dabei zugesehen haben, wie er den kurz vorher geplatzten Reifen unseres Reisebusses repariert hat, war wesentlich aufregender als der letzte “Höhepunkt” der Tour, die “Ferrari World”. Dort haben wir allen Ernstes nur gehalten um ein Foto von einem Ferrari zu machen und in einen sinnlosen Merchandise Laden mit überteuerten Kaffeebechern mit Ferrari Logo zu gehen. Erschwerend kam den ganzen Tag dazu, dass der Tour Guide, ebenfalls ein Pakistani, ein derart abartig starken indischen Akzent in seinem Englisch hatte, dass wir nur kleine Bruchteile von seinen eher kurzen “Ausführungen” zu den Attraktionen verstanden haben.  Wir haben uns bei diesem Ausflug hin und wieder vor uns selbst geschämt, dass wir so einen Touri Trip überhaupt gemacht haben. Andererseits: 20 Euro pro Nase um nach Abu Dhabi zu kommen und zumindest mal die große Moschee gesehen zu haben, war schon ok!

Am Abend haben wir in unserer Shisha Bar im Hotel noch eine Pfeife geraucht und ein Bier getrunken und sind dann ein letztes Mal ins Bett gefallen! Der letzte Tag sollte noch mal ein ausgedehnter Strand Tag werden. Also haben wir unseren Sonnenschirm und die LuMa geschnappt und sind ans Meer. Am Abend sind wir auf meinen Wunsch hin noch mal zu dem schönen Villen Strand in der Nähe des Burj al Arab gefahren und haben dort unter Palmen ein Abend Snack zu uns genommen. Später im Hotel waren wir noch am Pool und haben versucht die Reste unseres im Duty Free gekauften Wodkas zu leeren. Hat nicht ganz geklappt. Als wir 23 Uhr aus dem Pool geworfen wurden, haben wir schnell gepackt und haben uns dann kurz nach 0 Uhr abholen lassen. Die Bilder von der Palmeninsel, dem Abu Dhabi Trip gibt es natürlich auch noch!

Am Flughafen und im Flieger verlief alles reibungslos, jetzt sitze ich gerade im ICE nach Erfurt und schreibe die letzten Zeilen dieses Blogs. Ein Eintrag kommt vielleicht noch: 10 Dinge, die du in Dubai wissen musst. Buzzfeed Style und so. Mal sehen ob das klappt. Bis dahin, Danke fürs “Einschalten” hätte ich fast gesagt, aber ich schweife ab ;-).

Heiß, heißer, DUBAI

Nachts über 30 Grad, langsam laufen bringt mich auch um 23 Uhr noch so zum schwitzen, dass mein T-Shirt durchgenässt ist. So […]

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