Sputnik – Der Schein trügt.

MDR Sputnik, ein neues frisches Programm, inhaltsreich, worlastig, anspruchsvoll. Und für eine junge Zielgruppe. Genauer: Menschen zwischen 18 und 30 mit Abitur und DSL. So lautet sie nämlich, die gesteckte Zielgruppe des MDR Testlabors MDR Sputnik. Bei diesem Profil denkt man in erster Linie an Studenten, also, man darf davon ausgehen, intelligente, interssierte Menschen, die eben nicht nur Dudelfunk anderer Sendeanstalten konsumieren wollen.

Um den Studenten näher zu sein, kooperiert Sputnik mit verschiedenen Uni Radios zum Beispiel aus Leipzig, Magdeburg, Ilmenau und Mittweida.

Die Studenten berichten in gebauten Beiträgen über das studentische Leben und nehmen sich relevanten Theman an die dann bei Sputnik über den Äther geschickt werden.

Auch ich habe mich an dieser Kooperation beteiligt und seit Februar verschiedene Themen aus Mittweida in Beiträge gepackt um sie Sputnik zur Verfügung zu stellen. Eigennutz war natürlich auch dabei: Erfahrung sammeln, im Radio zu hären zu sein und nebenbei das Versprechen des Redaktionsleiters das Hochschulpraktikum bei Sputnik absolvieren zu dürfen. Nach geschriebener Mathe und BWL Prüfung wagte ich mich also frohen Mutes, bestückt mit ausuferndem Enthusiasmus an meine Bewerbung beim hallenser Sender (wie passend).

Nach anfänglichen nettem Mail Hin und Her Geschreibe kam raus, dass das Praktikum Anfang Oktober losgehen kann, man solle doch nur noch schnell die Bewerbung der Vollständigkeit halber Schicken. Gesagt getan, chicke Bewerbung mit allem was so dazugehärt, wie heute üblich, modern per Mail an Herr W.

Der Glaube zeitnah Antwort zu bekommen läste sich mit schwindenden Tagen in Luft auf. Aus Glaube wurde Warten, aus Warten wurde Ungeduld, aus Ungedult wurde ein Anruf.

“Noch 2 Wochen maximal” sicherte man zu. OK, unangenehm, aber was soll`s. Der zweite Anruf folgte nach insgesamt 5 wächiger Wartezeit, meiner Meinung nach recht viel für ein unbezahltes Praktikum das man aus genannten Gründen eigentlich schon sicher glaubt.

Nix da! “Tut mir leid, noch >in Bearbeitung<, noch 1 bis zwei Wochen.” Aus Ungeduld und Telefonaten wurde Desillusion. Nach nunmehr 9 Wochen der letzte Versuch. Eine weitere nette Mail an den Herr W. geschickt kommt sogar eine Antwort: “leider liegen uns keine Bewerbungsunterlagen von Ihnen vor”. Schock. Ungläubigkeit. Fast verlorene Fassung. Und: eine Antwort per Mail mit genauem Sendedatum und der Bewerbungnochmal als Anhang an Herr W.

Nur drei Tage später kam der Anruf: Post ist zu Ihnen unterwegs. Freude. Erleichterung, zurückkehrende Hoffnung. Endlich! Allerdings kein Wort vom Herr W. zum Ausgang. Also warten auf den Posteingang.

Nach 10 Wochen kommt ein chicker Brief vom MDR. Und mit ihm die Absage. Kurz gefasst, unpersänlich, abfertigend.

Nachdem die Bewerbung nun so lange verbummelt bearbeitet wurde sowas. Nach allem was passiert ist. Von dem Sender, der sich so damit rühmt im Interesse der Studenten zu senden, Studenten, mit denen er zusammengearbeitet hat. “Sputnik – Här auf deine Stimme”. Diese Claim gewinnt eine ganz neue Bedeutung. Häre auf deine Stimme, und gern auch auf viele andere. Aber nicht auf unsere, denn wir verscheißern dich, und, Entschuldigung, behandeln dich wie ein Stück Scheiße.

Sputnik hat damit schmerzlich bewiesen, dass es zwar gutes Programm macht, letztlich aber genauso wenig Studentenverbunden wie jeder andere Sender auch ist. Nähe zum Studenten, das ist wirklich was anderes.

Und jetzt: “back to the music”.

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