Vom Himmel zur Hölle

Die Überschrift ist wieder etwas drastisch gewählt, und doch spiegelt sie das wieder, was ich den ensprechenden Momenten gefühlt habe. Unsere Reise von Santa Barbara nach San Francisco war der Himmel auf Erden. Viele Wege führen nach San Francisco, zwei davon sind der Highway 101, eine wichtige und schnelle Nord-Süd Verbindung die durch California, Oregon und Washington führt, und der Highway 1, der sich an der kalifornischen Küste entlang schlängelt. Wir haben uns für letzteren entschieden.

Der Highway 1 ist nicht nur an sich eine wunderschön gelegene Straße sondern ist auch Zubringer zu einigen wirklich sehenswerten Attraktionen. Nachdem man Santa Barbara verlässt fährt man durch hügelige Graslandschaften, mal wieder kam uns beiden der Gedanke, dass das auch locker das Mansfelder Land sein könnte. Spätestens wenn der Highway 1 aber den Ozean trifft, weiß man, dass es nicht so ist. Folgt man zuerst noch langen, steinigen Stränden, werden dann die Berge und damit der Verlauf das Highways immer höher. Erst jetzt kommt die Erhabenheit des weiten Ozeans so richtig zu Geltung. Serpentinenartig schlängelt sich der Highway an der Steilküste entlang und lässt immer wieder tolle Aussichten in einsame Buchten zu.

Eine dieser Buchten beherbergt Kaliforniens einzigen direkt in den Ozean mündenden Wasserfall. Früher war es eine felsige Bucht, heute ist dort ein Strand zu sehen. 1983 rutschte ein riesen Stück der Steilküste samt des Highways  ins Wasser. Das nun überflüssige Erdreich wurde in Form von Sand in die Bucht gekippt und ergibt heute den wundervollen wild-romantischen Anblick. Nicht ganz so romantisch geht es bei der Seeelefanten Kolonie zu. Die findet man auch direkt am Highway. Hunderte Seeelefanten liegen faul am Strand rum, schippen sich mit ihren Flossen selber Sand auf ihre Rücken und kämpfen auch gern mal im die Gunst der Seeelefantinnen ;-). Faszinierend.

Gen abend erreichten wir langsam die Bay-Area. Allein die Wegweiser zauberten ein Lächeln auf unsere, ok, besser auf meine Lippen: Palo Alto (Hauptsitz von Hewlett Packard, Facebook (bis 2011) und VMware), Stanford University, Silicon Valley, all das liegt kurz vor San Francisco, der Stadt der Hippiekultur, die es wohl immer noch ist.

Sie ist nicht nur das, sie ist auch unheimlich teuer. Man sagte uns, dass San Francisco vom Preisniveau gerade New York überholt hat.

Und nun begann der Horror. Müde und erschöpft kamen wir mit unserem Mietwagen mitten in der Innenstadt am Union Square an und betraten das Hostel. Mir ging es immer schlechter, ich hatte mir in Los Angeles, was nicht so sommerlich warm wie erwartet war, was weg geholt. Im Hostel eröffnete man uns, dass man hier nirgends parken, dafür aber den “günstigen” Parkservice nutzen  könne. 15 Dollar + Schlüssel sollten wir abgeben und das Auto am nächsten morgen per Telefon ordern. Na gut, dann haben wir es eben, was bleib uns anderes übrig, einem wildfremden Menschen mitgegeben.

Dann haben wir unsere Schlüssel bekommen und durften auf die fürstlichen Zimmer gehen. Dort angekommen bot sich mir ein nicht allzu schönes Bild. Hornalte Betten, undichte Fenster durch die es pfiff, keine Schließfächer. Aber es wurde noch besser: Die Toiletten hatten keine Waschbecken, die Duschräume keine Spiegel, dafür gab`s auf dem Zimmer ein Waschbecken mit Spiegel, aber zu wenig Steckdosen. Alles in allem eine ziemliche Katastrophe, vor allem wenn man krank ist. Am nächsten Tag wurde mir offenbart, dass das Finanzamt komische Fragen stellt und die Hölle war perfekt. Da ich von dieser Hölle keine Bilder habe, zeige ich jetzt die vom Himmel 😉

Seit Montag sind wir nun in San Francisco, nach 2 Tagen im Bett habe ich heute den ersten Tag San Francisco erlebt. Wie der war und wie die nächsten werden, gibt`s bald wieder genau hier.

 

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