Von Hippies und Knackis

Es gibt sie noch. Zumindest die Hippies. Nachdem wir nicht ganz so schön von San Francisco empfangen wurden und ich 2 Tage lang das gemütliche Hostel Bett gehütet habe, bin ich am Mittwoch zum ersten Mal wieder auf die Straße gegangen und sofort wehte mir ein ein eindeutig riechendes Haschlüftchen um die Nase.

In drei Pullover bzw. einem Fleece-Shirt + Windjacke eingepackt sind wir also losmarschiert um uns selbst davon zu überzeugen, wie toll San Francisco doch ist. Schließlich hatten wir bis dato viel darüber gehört – vor allem ausuferndes Lob. Die Hauptschlagader der Stadt ist die Market Street die wir bis zur Bucht vorliefen. Von dort aus gingen wir dann entlang der Promenade vorbei an vielen Piers, die allsamt recht unspektakulär, manche sogar ausgesprochen hässlich aussehen. Nach einem Abstecher zum Coit Tower, der auf einem der vielen Hügel San Franciscos steht und eine grandiose Aussicht über die Stadt bietet, sind wir dann zum Pier 39, das zum Wohle der Touristen richtig nett aus sieht. Viele Lädchen auf dem Pier sind in den hübsch anzuschauenden bunten Häuschen zu finden und bieten dort lecker Seafood aber auch teure fettige Hot Dogs an. Trotz der vielen Touristen lässt es sich dort vorzüglich lang schlendern. Die riesige Robben Kolonie am Ende des Piers ist ähnlich faszinierend wie es die faulen Seeelefanten am Highway One waren.

Ganz in der Nähe des Piers ist auch die Ablegestation des Alcatraz. Dort muss man sich vorher Karten kaufen, und damit meine ich nicht kurz vorm Ablegen. Mindestens ein Tag im Voraus, für ne spontane Überfahrt also wenig geeignet. Also haben wir uns gleich zwei Tickets bei einer ungewöhnlich unfreundlichen Kassiererin gesichert und sind weiiter zur Fishermans Wharf gegangen. Die Wharf ist riesig und gefüllt mit hunderten Geschäften, vom Klamottenladen bis zum Thai Noodle Restaurant. In letzterem sind wir eingekehrt – lecker. Ich liebe Thai Food und die amerikanischen Restaurants. Erstens ist es meist bezahlbar, zweitens bekommt man immer eiskaltes kostenloses Wasser zum trinken.
Am abend haben wir in unserem Hostel dann auch endlich mal die wenigen Vorteile genutzt: Das, Zitat: “No. 1 Partyhostel in the USA” bietet jeden abend free beer. Immerhin gibt es ganz ok schmeckendes Budweiser und manchmal auch noch ein oder zwei Shots Wodka oder Tequila dazu. Auch bietet das Hostel einen professionellen Pokertisch und einen Pool Table. Langweilig wird`s also zumindest nicht. Trotzdem sind wir am nächsten Tag in ein anderes Hostel umgezogen, dass billiger war und bessere Bewertungen hatte. Das “Pacific Tradewinds” ist tatsächlich sauber und neu, dafür aber gewöhnungsbedürftig offen. Offen meint, dass es keine Türen gibt. Die “Zimmer” sind eher Nischen ohne Decke und eben Tür. Ab 9 Uhr früh war schlafen unmöglich, vor 0 Uhr auch. Trotzdem hat es uns bis Sonntag morgen beherbergt. Um den ganzen langen (hoffentlich nicht zu langen) Text mit etwas Buntem zu untermalen, hier der erste Haufen Bilder, die bis zum Alcatraz Trip entstanden sind.

Nach einem Rundgang durch ein wirklich uriges, hübsches Chinatown sind wir am Donnerstag zun endlich zum Alcatraz aufgebrochen. Mittlerweile hatte ich mir Jacke und Schal gekauft und trotzdem war mir auf “The Rock” noch kalt. Gott sei Dank spielt sich der Großteil von Alcatraz im Inneren des Zellenblocks ab. Dort bekommt man einen Kopfhörer aufgesetzt und lässt sich von einer Stimme durch das Gefängnis führen. Das war wirklich gut gemacht, sehr lebendig, es kamen sogar echte Gefangen von damals zu Wort, das ganze war zudem auch mit sphärischen Sounds unterlegt – wirklich gelungen. Für die Insassen muss dieser Knast die Hölle gewesen sein, denn “The Rock” ist nur 1,5 km vom pulsierenden Leben San Franciscos entfernt, wenn der Wind gut steht hört man das Treiben der Stadt.

Nach Alcatraz sind wir getrennte Wege gegangen, ich war mit einer Deutschen aus dem Hostel und 3 Amerikanern in einem netten Restaurant, Sinah mit einem Neuseeländer in der Stadt.
Am Freitag sollte nun endlich die Brücke, also die Golden Gate Bridge in Angriff genommen werden. Leider sind wir erst sehr spät losgekommen, der vormittag gehörte ganz allein der Planung – auf Grund des viel zu teuren OneWay Fee beim Mietwagen, mussten wir alles umschmeißen. Erst gegen 16 Uhr sind wir los, haben uns zwei Bikes geliehen und sind damit zur und über die Brücke gefahren. Das Wetter war nicht das Beste, wir konnten sie nur in tiefem Grau bewundern. Wirklich bunt wurde es hingegen am Abend, also wir zu dritt, Sinah, Michael (Amerikaner aus dem Hostel) und ich ins Castro gefahren sind. Dort waren wir feiern. Bis um 2. Danach ist überall in Californien Schluss.
Das Gute daran war, dass ich am nächsten morgen bei Zeiten raus kam und das Bike noch hatte. Also bin ich, leider ohne Sinah, sie hat ihren Schlüssel verloren, mit dem Bike durch die ganze Stadt gefahren. Durch den gigantisch großen Golden Gate Park, der so schön ist, dass er fast künstlich wirkt, ging es zum Ocean Beach, einem ebenso gigantischen Strand, an dem Surfer die hohen Wellen und Kite Surfer die starken Winde nutzen. Von dort aus ging es über einen malerischen Weg entlang der (Steil-)küste weiter Richtung Golden Gate Bridge und schließlich zurück zum Bike Verleih. Das Wetter an diesem Tag war bis zur Bike Abgabe wunderschön, erst auf dem Fußweg nach Hause hat`s mich vom Feinsten erwischt und ich kam klatschnass im Hostel an.

Heute morgen haben wir unseren Chevy abgeholt. Ein riesen Auto mit ordentlich Bums, Tempomat, Bordcomputer, Audiosystem – ein kostenloses Upgrade da unser gebuchtes Auto nicht da war. Dann ging es also los, raus aus dieser hübschen Stadt Richtung Mountain View. Dort haben wir uns die Hauptzentrale von google angesehen und sind dann weiter Richtung Yosemite Nationalpark gefahren. Davon sind wir jetzt noch ca. 100 km entfernt in einem ziemlich tollen Motel, in dem die Nacht nur 24 Dollar pro Person kostet. Ich hatte eine tolle Nacht in einem Kingsize Bed und schiebe jetzt den letzten Schwung Bilder hinterher, vorerst noch ohne Bildbeschreibungen:

Jetzt geht`s in den Yosemite!

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